Freizeit / Leckeres aus… Banane

Alles Banane? Oder was?

Endlich! Sie fahren wieder! All die Lieferwagen mit hoch aufgetürmten grünen Bananen. Das freute mich noch vor ein paar Jahren immens, denn damals mochte ich nämlich nur grüne Bananen. Leider bleiben grüne Bananen nicht besonders lange grün. Nein, recht schnell bekommen sie Sommersprossen, die sich beinahe stündlich zu großen dunkelbraunen Flecken verbinden. Was nun? Wegwerfen geht ja nun gar nicht und so hörte ich mich mal um im Freundes- und Bekanntenkreis und bekam so manch‘ leckeres Rezept zugeschickt. 

Endlich wieder grüne Bananen © Dagmar Klementa

Für die nächste Zeit hat sich noch viel Besuch angesagt. Prima! Denn ab nun gibt es Banane.

Wie so viele Pflanzen hat auch die Banane vermutlich ihren Ursprung in Südostasien. Farben und Formen sind tatsächlich zahlreich, auch wenn in Europa hauptsächlich die länglich gebogenen gelben Bananen angeboten werden.

 Die ägyptischen Bananen wirken oft unscheinbar, vor allem die am Straßenrand. Und mit den braunen Flecken… so dachte ich, bis ich die ersten ägyptischen Bananen verzehrte. „Oha“, so dachte ich, „die schmecken aber richtig gut!“ Trotz der braunen Flecken außen war das Fruchtfleisch innen fest und überaus geschmackvoll.

 Neben diesen süßen Bananen, die man roh verzehrt, gibt es noch die sogenannten Kochbananen, die allerdings eher im lateinamerikanischen Raum und in der Karibik Verwendung finden und dort sogar zu den Grundnahrungsmitteln zählen, da sie in ihrer festen Konsistenz eher an Kartoffeln erinnern.

Die Früchte selbst wachsen nicht an Bäumen, sondern an bis zu sechs Meter hohen Stauden, deren Blätter so dicht aneinander wachsen, dass dies beinahe wie der Stamm einer Palme aussieht. Die Bananenstaude trägt auch nur ein einziges Mal Früchte, danach stirbt sie ab. In der Regel „kindelt“ sie aber vorher noch. Das heißt, neben der Mutterpflanze entwickeln sich neue Triebe (Schößlinge) aus der Erde. Erst nach zwei Jahren trägt die neue Pflanze reife Früchte.

Reich an Kalzium, Kalium und vielem mehr sind Bananen zudem sehr gesund, wie man weiß. Eine einzige Banane liefert genügend Energie für mindestens ein einstündiges Konditionstraining. Außerdem sind Bananen reich an Ballaststoffen, welche bei der menschlichen Verdauung eine wichtige Rolle spielen. Kürzlich habe ich bei www.wunderweib.de gelesen, dass der Verzehr von täglich zwei reifen Bananen (die mit den braunen Flecken) zum Frühstück eine medizinische Wunderwaffe ist. Sie wirken Bluthochdruck entgegen, helfen bei Sodbrennen, Stresssymptomen und gar bei Winterdepression.

Übrigens: Der Name „Banane“ geht angeblich auf das hocharabische Wort für Daumen (banan) zurück. Auf Arabisch heißt die Banane „mosa“, wie der Oberschenkelmuskel. Die wissenschaftlichen Namen gehen auf diese Bezeichnung zurück.

Das ist ja ein netter Zufall. Meine Freundin Gaby las meine Kürbisrezepte und fragte nach dem nächsten „Leckeres aus...“. Prompt schickte sie mir nun ein Kürbis-Bananenbrot-Rezept:

Bananenbrot Nr.1

Zubereitung

Kürbisfleisch mit dem Mehl, Backpulver, Salz und der Butter in eine Schüssel geben. Den Honig in der Milch auflösen und mit den Bananen pürieren. Alle Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verkneten und in einer gefetteten Kastenform mindestens 30 Minuten gehen lassen. Im vorgeheizten Backofen bei 180-200°C auf 2. Schiene von unten ca. 15 Minuten backen, dann Temperatur um 20°C verringern und weitere 30-40 Minuten backen. Nicht vergessen, eine Wasserschale mit in den Backofen zu stellen. Das Brot in der Form etwas abkühlen lassen, dann in ein frisches Küchentuch einschlagen und auskühlen lassen.

Zutaten

  • 100g weiche Butter
  • 100g gehackte Haselnüsse oder Mandeln
  • 500g Mehl
  • 1 Pck. Backpulver
  • ½ EL Salz
  • etwa ¼ l Milch
  • 250g Kürbisraspeln
  • 2 reife Bananen
  • 100g Walnusskerne

Bananenbrot Nr. 2

Zubereitung

Zucker und Margarine schaumig schlagen, Ei zugeben und weiterschlagen. Die restlichen Zutaten gut vermengen und die Bananenmasse nach und nach unterrühren. Die Masse in eine gefettete Kastenform füllen und diese ein paar Mal kräftig auf die Arbeitsplatte fallen lassen, damit Luft entweichen kann. (Handtuch unterlegen – die Platte sollte heil bleiben).

Im vorgeheizten Backofen (Umluft 150°C; Gas entsprechend – dabei nicht vergessen, ein Gefäß mit Wasser unter die Form zu stellen). Nach ca. 55 Minuten mit einem Messer einstechen. Bleibt die Klinge trocken, ist das Brot fertig. Sonst noch ein bisschen länger backen. Das Brot noch einige Minuten in der Form lassen, dann herausnehmen. In ein sauberes Küchentuch geben und abkühlen lassen. Nur Butter drauf – einfach köstlich!

Zutaten

  • 400g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 200g gehackte Walnüsse
  • 4 reife pürierte Bananen
  • Mark einer Vanilleschote oder Vanillezucker
  • 160g Butter oder Margarine
  • 1 großes Ei
  • 150g Zucker, am besten Rohrzucker
  • etwas Salz und Muskat

Geeister Bananen-Paradies-Lolli á la Cerstin Paesch

Zubereitung

Bananen halbieren und vorsichtig Eisstiele aus Holz oder Plastik einschieben. In sehr weicher Erdnussbutter wenden. Wenn diese zu hart ist, kann man sie mit Kokosöl verdünnen. Die Bananenhälften auf Pergamentpapier für mindestens 2 Stunden – besser über Nacht – einfrieren. Schokolade im heißen Wasserbad schmelzen und die gefrorenen Bananen damit überziehen. Mit einem Suppenlöffel geht das ganz gut.

Je nach Geschmack mit Kokosflocken, Krokant, gehackten Nüssen oder bunten Zuckerstreuseln bestreuen. Experimentierfreudige Köche können auch vorsichtig grobes Meersalz oder einige Chiliflocken versuchen. Bis zum Verzehr wieder einfrieren.

Zutaten

  • Bananen
  • Eisstiele
  • Erdnussbutter
  • Kokosöl
  • Schokokuvertüre
  • Dekozutaten wie Kokosflocken, Krokant, Nüsse, Zuckerstreusel, Meersalz, Chiliflocken….uvm.

So lecker, die Bananenlollis © D.Klementa

Feurige Bananensuppe aus der Karibik

Zubereitung

Das frische Gemüse gut 10 Minuten in Essigwasser legen, anschließend spülen. Zwiebel schälen und fein hacken. Die Selleriestange und die geschälte Karotte in feine Scheiben schneiden. Die Chilischote waschen, der Länge nach halbieren, entkernen und fein hacken. Menge hier nach Geschmack! Man kann die Schote auch weglassen und am Ende nur mit Cayennepfeffer würzen. Den Knoblauch schälen und durchpressen.

Die Kochbananen schälen und in Würfel schneiden. Die Zwiebeln, Sellerie, Karotte, Knoblauch und Chili im Sesamöl andünsten. Die Bananen dazugeben und kurz mitdünsten. Mit Orangensaft, Gemüsebrühe und Kokosmilch ablöschen.

Aufkochen und bei geringer Hitze ca. 20 Minuten köcheln lassen. Die Suppe sehr fein pürieren. Mit Safran, Cayennepfeffer und Salz abschmecken und mit gerösteten Zwiebeln, Sprossen oder gehackten Bananenchips (Rezept siehe unten) garniert servieren.

Zutaten

  • 1 Zwiebel
  • 1 Staudensellerie
  • 1 Karotte
  • 1 Chilischote
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Kochbananen oder 3 „normale“ Bananen
  • 3 EL Sesamöl
  • 200 ml frisch gepressten Orangensaft
  • 200 ml Gemüsebrühe
  • 200 ml Kokosmilch
  • 1 Döschen Safran
  • Cayennepfeffer nach Geschmack
  • Sprossen oder geröstete Zwiebeln zum Garnieren

Bananen-Chips

Kluge Köpfe haben sich für das Leben in Ägypten Dörrautomaten zugelegt, die wunderbar auch zum Trocknen von Tomaten oder Apfelringen verwendet werden können. Im Gasherd Obst oder Gemüse zu trocknen ist recht schwierig, da man nur schwer eine Temperatur von 50-60°C beibehalten kann. Mit einem Elektroherd ist das kein Problem. Eine zweite Möglichkeit wäre, die Bananenscheiben zu frittieren. Das geht ungleich schneller, ist aber auch ungleich fettiger.

Zubereitung Variante 1

Bananen in1/2 cm dicke Scheiben schneiden und in Zitronensaft (mit etwas Wasser verdünnt) wenden und die Scheiben einzeln auf Backpapier schichten. Bei 50 – 60°C mehrere Stunden trocknen. Optimale Konsistenz haben die Scheiben erreicht, wenn sie sich trocken und ein bisschen ledrig anfühlen. Abkühlen lassen. Je länger die Chips trocknen, desto knuspriger werden sie. In Schraubgläsern halten sie gut vier Wochen.

Zubereitung Variante 2

Bananenscheiben im Wok oder einer hohen Pfanne in heißem Kokosfett frittieren. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Wer die Chips auch gerne als süßen Snack genießen möchte, kann sie mit Honig beträufeln und mit Krokant, Zimt und/oder gehackten Nüssen bestreuen. Gut auskühlen lassen. Die süßen Chips eignen sich allerdings nicht für die Karibische Bananensuppe.

Zutaten für 1 und 2

Nach Geschmack:

  • Zitronensaft
  • Kokosfett
  • Honig
  • Krokant
  • Zimt
  • Nüsse etc.

Bananenlikör

In Teilen Afrikas gibt es doch tatsächlich Bananenbier. Das brauen wir an dieser Stelle nicht, aber, sollten Sie Rum vorrätig haben, könnten wir einen Bananenlikör versuchen.

Zubereitung

Bananen mit Zitronensaft pürieren. Eigelb mit Vanillezucker und Puderzucker schaumig mixen. Alle Zutaten gut verrühren. Nach und nach Rum unter ständigem Rühren oder Mixen zufügen und in Flaschen füllen. Möglichst wenig Luft in den Flaschen lassen, dann bleibt der Likör schön hell. Im Kühlschrank aufbewahren.

Zutaten

  • 4 reife Bananen
  • 5-6 EL Zitronensaft
  • 4 Eigelb
  • 1 Vanilleschote
  • 150g Puderzucker fein gesiebt(!)
  • etwas Zimt, Muskat, Ingwerpulver
  • ½ bis ¾ l Rum

Bananen-Joghurt-Muffins

Zubereitung

Die Butter zerlassen und etwas abkühlen lassen. Backofen auf 200°C (Umluft 180°C, Gas Stufe 3-4) vorheizen. Eine Banane mit einer Gabel zerdrücken und mit dem Joghurt verrühren. Anschließend langsam die flüssige Butter und die beiden Eier untermischen.

In einer weiteren Schüssel Mehl, Backpulver, Zucker, Vanille, Salz, Zimt, Schokolade und Nüsse (2 TL als Deko zurückbehalten) gut mischen.

Alle Zutaten gut miteinander vermengen. Die zweite Banane in kleine Stücke schneiden und unterheben. Teig in ein gefettetes oder mit Papierförmchen ausgelegtes Muffin-Blech füllen und mit den gehackten Nüssen bestreuen. 25-30 Minuten bei ca. 160°C backen. Im Gasherd bitte die Wasserschale nicht vergessen!

Zutaten

  • 100g Butter
  • 2 Bananen
  • 15g Joghurt
  • 2 Eier
  • 250g Mehl
  • 1 Pck. Backpulver
  • 100g Zucker
  • Mark einer Vanilleschote oder 1 Pck. Vanillezucker
  • etwas Zimt und 1 Prise Salz
  • je 50g gehackte Mandeln und geraspelte Schokolade

Bananen Split

– ehrlich, dieses Retro-Rezept darf an dieser Stelle ganz gewiss nicht fehlen!

Zubereitung

Die Mandelsplitter in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten und herausnehmen. Die Butter in der Pfanne erhitzen, Zucker und gemahlene Mandeln dazugeben und die Bananen kurz darin anbraten. Achtung, sie werden schnell dunkel. Die Sahne mit Vanillezucker steif schlagen. Die Bananen mit Eis und Sahne servieren und mit Mandelsplittern und Schokoblättchen garnieren. Guten Appetit!

Zutaten

  • 4 Bananen
  • 1 EL Butter
  • 2 EL Rohrzucker
  • je 2 EL Mandelsplitter und gemahlene Mandeln
  • 150 ml Sahne
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • Schokoladeneis
  • Schokoblättchen

Bananen - Kresse - Süppchen aus der Karibik

Zubereitung

Alle Zutaten unter Rühren in einem Topf aufkochen, bis der Kürbis zerfällt. Das dauert ca. 45 Minuten. In heiß ausgespülte Twist-off Gläser füllen. Gläser verschließen und auskühlen lassen. Das Chutney passt prächtig zu Kurzgebratenem oder Geflügel.

 

 

Zutaten

  • 750 ml heiße Gemüsebrühe
  • 3-4 reife Bananen in Scheiben
  • 1 Kistchen Kresse (bekommt man manchmal bei Gourmet – ich pflanze Kresse aber regelmäßig selber in einem feuchten Wattebett an)
  • 2 Eigelb
  • 5-6 EL Crème fraîche oder Sour Cream
  • Zitronensaft
  • Worcestershiresauce
  • S&P, etwas Muskat

Indisches Bananen – Marzipan

Ein Rezept meiner indischen Nachbarin -wunderbarer Brotaufstrich oder Füllung für Crépes oder Plätzchen.

Zubereitung

Die Bananen mit der Milch und der Sahne pürieren, einmal aufkochen lassen und dann leise simmernd unter Rühren köcheln lassen, bis die Masse dickflüssig geworden ist. Die Nüsse, den Zucker und die Gewürze einrühren und 20 Minuten weiter kochen.

Zutaten

  • 250g Bananenstückchen
  • ½ l Milch
  • 1/8 l Sahne
  • je 80g gemahlene Mandeln und Pistazien
  • 200g brauner Zucker
  • 1 TL Kardamom
  • 1 Prise Ingwerpulver

Fisch im Bananenblatt gegrillt

Ein ähnliches Rezept sah ich vor Jahren in einer der unzähligen Kochsendungen, die täglich das Fernsehprogramm bereichern. Leider kann ich mich nicht mehr erinnern, welche Sendung dies war und kann nur hoffen, heute niemanden mit meinem Rezept zu verärgern.

Zubereitung

Die Fischfilets waschen und trocken tupfen und nebeneinander in eine flache Schale legen. Mit der Sojasauce, Limettensaft, Chili, Ingwer und Kokosmilch ungefähr einen halben Tag marinieren. Alles Gemüse in dünne Streifen oder Scheiben schneiden und mit der Chili-Sauce mischen. Die Bananenblätter kurz auf den heißen Grill legen oder blanchieren. Dadurch werden sie ein bisschen weicher und reißen nicht so schnell ein beim Einpacken der Füllung. Fisch aus der Marinade nehmen und mit dem Gemüse und der Marinade  gleichmäßig auf den Bananenblättern verteilen. Je 2 Zitronenscheiben darauf legen und würzen. 4 möglichst gleichgroße Päckchen wickeln. Evtl. mit Garn fixieren. Auf dem nicht zu heißen Grill rundherum von jeder Seite ca. 2 Minuten grillen, etwas ruhen lassen.

Und dazu das frische Bananenbrot…

Zutaten

  • 4 Scheiben Fischfilet (z.B. Lachs oder Seezunge), entgrätet und ohne Haut
  • 4 EL Soja-Sauce, Saft einer 1 Limette
  • Ingwer, in ganz kleine Würfelchen geschnitten (man erinnert sich: „brunoise“)
  • 200 ml Kokosmilch
  • 4 EL Sweet Chili Sauce
  • 4 Karotten, 4 Stangen Frühlingszwiebel
  • 4 Bananenblätter, etwa in Din A 4 Größe geschnitten
  • Zitrone in 8 hauchdünne Scheiben geschnitten
  • S&P, Chili nach Geschmack

Am Schluss möchte ich noch einen ganz heißen Tipp unserer Tochter Natalie auf die Rezeptseite setzen. In ihrer Wohngemeinschaft gibt es sehr häufig sehr reife Bananen und sehr häufig keine Eier. Kuchen und Pfannkuchen essen aber alle sehr gerne. Kurzerhand versuchten sie, die Eier durch Bananen zu ersetzen. Und dies mit überraschend positivem Erfolg. Man nehme also statt einem Ei eine halbe Banane…

Bananenhändler in Kairo © Roshanak Zangeneh

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