Steht Ägypten vor einer Wasserkrise?

Zusammenfassung
Die Deckung des Bedarfs an Trink-
und Brauchwasser in Ägypten ist dank des Nils und des Assuan-Stausees auch bei
weiter steigender Bevölkerung zwar nicht gefährdet, jedoch reichen die Wasserressourcen
bei weitem nicht aus, um die nur mit künstlicher Bewässerung mögliche
Agrarproduktion in dem Maße auszudehnen, wie es zur Erzeugung von genügend
Nahrungsmitteln für eine Bevölkerung von fast 80 Millionen Menschen
erforderlich wäre. Gleichzeitig wird das fruchtbare Schwemmland des Nils immer
mehr mit Straßen und Städten versiegelt. Die Neulanderschließung zum Ausgleich
der verlorenen Kulturfläche stößt auf große Probleme. Aus einem seit
Jahrtausenden als Kornkammer berühmten Lande ist ein auf Dauer von
Nahrungsmittelimporten abhängiges Land geworden. Die immensen und jedes Jahr
ansteigenden Kosten des Imports von Getreide und anderer Nahrungsmittel schränken
die Möglichkeiten Ägyptens immer weiter ein, arbeitsplatzschaffende Investitionen
für die jedes Jahr um 1,5 Millionen Menschen anwachsende Bevölkerung zu tätigen.
Hintergrund
Seit
Jahrtausenden erlaubte der Nil mit seinen periodischen Überschwemmungen den
dort ansässigen Bauern die Bevölkerung Ägyptens zu ernähren und Agrarprodukte
zu exportieren. Auch zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als das Land eine Provinz
des osmanischen Reiches war und kaum 5 Millionen Einwohner zählte, gab es weit
mehr Wasser und fruchtbares Land als für die Erzeugung von Nahrungsmitteln für
die Bevölkerung erforderlich war. Das hat der osmanische Statthalter Mohamed
Ali genutzt, um hier die Baumwolle für Englands entstehende Textilindustrie zu
produzieren. Zu diesem Zweck entstanden seit der Mitte des 19. Jahrhunderts die
ersten großen Regulierungsbauwerke und Kanäle zur besseren Verteilung der
Nilfluten auf dem fruchtbaren Schwemmland.
Dieser Artikel
beruht auf einer Publikation unter dem gleichen Titel, die der Autor in der
Zeitschrift "Entwicklung und Ländlicher Raum" Heft 3/07 veröffentlicht hat.
Paul G. Weber
ist Berater am Ministerium für Landwirtschaft und Landerschließung und
Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in
Kairo, Ägypten. Dieser Artikel stellt nicht die Meinung weder der GTZ noch des
Ministeriums, sondern alleine des Autors dar.
Gleichzeitig wurde unter anderem
mit Hilfe des deutschen Agraringenieurs und Gründers der Deutschen
Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) Max Eith der Baumwollanbau durch den Einsatz
von Dampfpflügen mechanisiert. Der größte und vorerst wohl auch letzte Schritt
in Richtung einer vollen Nutzung der Wasser- und Bodenressourcen wurde mit dem
Bau des Assuan Hochdamms in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts
gemacht, mit dem es möglich geworden ist, dank ganzjähriger gleichmäßiger
Wasserverfügbarkeit für die Bewässerung zwei volle Ernten pro Jahr einzufahren
und dank der aufge-stauten Wassermenge zwei aufeinander folgende Trockenjahre
zu überbrücken. Der Preis für diesen Fortschritt ist einerseits das Ausbleiben
der periodischen Überflutungen des Schwemmlandes oder „Alten Landes"
und damit auch der Ablagerung fruchtbaren Bodens, sowie andererseits - wegen
der ganzjährigen Bewässerung -, ein Anstieg des Grundwasserspiegels. Das
Grundwasser kann seitdem vielerorts durch die Bodenkapillaren bis zur Oberfläche
aufsteigen, wo es verdunstet und
die im Wasser gelösten Salze zurücklässt.
Die Notwendigkeit der Nährstoffzufuhr
in Form von Mineraldünger, insbesondere von Stickstoff, und die Notwendigkeit
der Abfuhr des salzhaltigen Dränagewassers mittels eines immens teuren Dränagesystems
ist somit eine ökologisch und ökonomisch schwerwiegende Konsequenz des
historischen Unternehmens, das Nilwasser mittels des Assuan Staudamms unter
Kontrolle zu bringen, überjährig zu bevorraten und zwei Ernten pro Jahr zu ermöglichen.
Seit dem Bau des Dammes in den
sechziger Jahren wuchs die Bevölkerung in rasantem Tempo von 30 Millionen auf
80 Millionen und mit der Bevölkerung wuchs der Bedarf an Nahrungsmitteln. Da
eine Agrarproduktion in Ägypten aufgrund seines trockenen Klimas nur mit Bewässerung
möglich ist, wuchs proportional dazu der Bedarf an Bewässerungswasser. Demgegenüber
fällt die Ableitung von Trink- und Brauchwasser trotz recht hoher
Entnahmemengen nicht so stark ins Gewicht. Das liegt an den hohen
Sickerverlusten schon im Verteilungsnetz[1],
und an der Tatsache, dass der größte Teil des abgeleiteten Wassers als Abwasser
wieder in den Fluss- bzw. in das Kanalsystem geleitet wird. Das städtische und
industrielle Abwasser wird bis heute nur zu einem relativ geringen Teil vor der
Wiedereinleitung geklärt.
Wasserressourcen
Ägypten befindet sich in der glücklichen Situation, mit
dem Unterlauf des Nils und dem von diesem gespeisten flachen Grundwasserspiegel
über jährlich erneuerbare Wasserressourcen von fast 60 Kubikkilometer (km3)
pro Jahr zu verfügen. [2]
Nach den Zahlen des Nationalen Wasserressourcenplans aus
dem Jahr 2005 wird das Nilwasser im ägyptischen Teil des Nilbeckens mehrfach
genutzt. Von der insgesamt abgeleiteten Bruttowassermenge werden 66% für Bewässerungszwecke
in die Kanäle geleitet, etwa 14% wird für die Versorgung von Städten und
Industriegebiete durch Pumpstationen entnommen, der Rest von 20% fließt in das
Mittelmeer. Setzt man das produktiv verbrauchte Wasser in Relation zu dem insgesamt
abgeleiteten Wasser so ergibt sich für den ägyptischen Teil des Nilsystems ein
Gesamtwirkungsgrad von etwa 0.66, was für ein zusammenhängendes Flussbewässerungssystem
im weltweiten Vergleich außerordentlich hoch ist.
Dementsprechend gibt es kaum noch Einsparpotenzial, ohne
dass erhebliche Einschränkungen entweder
der Agrarproduktion oder der städtischen und industriellen
Versorgung die Folge wären.

Wohin das Wasser geht
Wenn man die praktizierte Mehrfachnutzung nicht in die
Rechnung einbezieht, stehen jedem Ägypter rechnerisch etwa 780 m3 Frischwasser
pro Jahr zur Verfügung. Dieser Wert ist im regionalen Vergleich nicht niedrig,
insbesondere im Vergleich zu anderen Ländern der Region wie dem Jemen (234 m³)
oder Jordanien (180 m³). Nur in Syrien, dem Libanon und Marokko liegt dieser
Indikator in der Region noch über der kritischen Menge von 1.000 m³ pro Kopf
und Jahr, unterhalb derer eine volle Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln und
Agrarprodukten aus eigener Produktion nicht mehr möglich sind.

Wasser pro Kopf und Jahr 1955 – 2025
Die Deckung des Bedarfs an Trink- und Brauchwasser ist in Ägypten
angesichts der Frischwassermenge von 780 m3 pro Kopf und Jahr, das
sind immerhin 2.137 Liter pro Kopf und Tag, auch bei weiter steigender Bevölkerung
und bei bekannt verschwenderischem Umgang mit dieser kostbaren Ressource nicht
gefährdet.
Da jedoch ein Großteil des zur Trinkwasserversorgung
abgeleiteten und aufbereiteten Wassers ungeklärt oder in unzureichend geklärtem
Zustand wieder in Fluss und Kanäle zurückgeleitet wird, wird die Qualität des
Wassers zur Versorgung von Landwirtschaft und Menschen am Unterlauf des Nils erheblich
beeinträchtigt.
Hohe Gehalte an Schwermetallen und sogar Giften aus der
Industrie sowie Pestizide und Nitrate aus der Landwirtschaft führen zu enormen
Problemen der Gesundheit bei der Bevölkerung insbesondere im nördlichen
Nildelta. Die niedrige Lebenserwartung wie die Häufung von bestimmten Krankheitsbildern
weisen auf diesen Misstand hin. Sowohl die Trinkwasserentnahme aus Flachbrunnen
wie der Verzehr von Süßwasserfischen, die zum Teil in Kanälen und Fischteichen
mit hoher Abwasserbelastung aufwachsen, führen den Menschen die eingeleiteten
Schadstoffe wieder zu.
Abgesehen von dem Problem der Wasserverschmutzung durch städtisches
und industrielles Abwasser und die Nitratanreicherung durch die intensive Düngung
reicht die pro Kopf verfügbare Wassermenge auch bei einer weiteren Verbesserung
der Wassernutzung in absoluten Zahlen nicht aus, um soviel Land zu bewässern,
wie erforderlich wäre, um ausreichend Nahrungsmittel für eine Bevölkerung zu
produzieren, die 60 Millionen Menschen wesentlich überschreitet. Und das ist
seit einigen Jahren der Fall.
Wie fast alle Länder der Region kann Ägypten keine
Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln und Agrarprodukten mehr erreichen, selbst
wenn es das Land schaffen würde, soviel Neuland in der Wüste zu erschließen,
wie es die Wasserressourcen zulassen.
Aus diesem Grunde muss Ägypten einen Großteil seiner
Grundnahrungsmittel, insbesondere Getreide, Viehfutter und Speiseöl importieren.
Die Kornkammer des Römischen Reichs ist zum größten Getreideimporteur der Welt
abgestiegen.
Mit dem Nahrungsmittelimport wird allerdings virtuell auch
das Volumen an Wasser „importiert“, das zur Erzeugung dieser Nahrungsmittel in
den Produktionsländern verbraucht worden ist. Diese virtuelle Wassermenge
schließt ziemlich genau das Defizit zwischen Ägyptens Frischwasserressourcen
von knapp 60 km3 und dem Bedarf. Zur weitgehenden Selbstversorgung
von knapp 80 Millionen Menschen mit 1000 m3 pro Kopf und Jahr würden
etwa 80 km3 Frischwasser benötigt.
Daneben exportiert Ägypten virtuell auch mehr als 1 km3
Nilwasser in Form von hochwertigen Agrar-produkten wie Kartoffeln, Zwiebeln und
Reis. Das erklärt sich folgendermaßen: Das Wachstum städtischer und ländlicher
Siedlungen mit der dazugehörigen Verkehrsinfrastruktur hat zu einem Verlust von
einem erheblichen Teil des fruchtbaren Kulturlandes geführt. Der Verlust fruchtbaren
Kulturlandes bei unverändert hohem Wasserangebot hat zu einer örtlich überreichlichen
Zuleitung von Bewässerungswasser geführt. Das zeigt sich daran, dass Ägypten es
sich leisten kann, in einigen Regionen Zuckerrohr, Reis und Bananen anzubauen.
Diese Kulturen benötigen sehr viel Wasser, sind also
relativ wasserineffizient. Da es in Ägypten keinen Preis für das Wasser selbst
geben darf, wird die betriebliche Kostenrechnung nur mit den Arbeits- und
Energiekosten der Pumpen belastet. Deshalb sind diese Kulturen für die Bauern
sehr lohnend. Würde die Wasserverwaltung auf Distriktebene die Wasserzufuhr zu
allen Anbaugebieten auf ein vernünftiges Maß beschränken, würden die Bauern
eher wassersparende Kulturen anbauen und auf wasserineffiziente Kulturen
verzichten.
Immerhin konnte Ägypten mit der gegenwärtigen Praxis die
Einkommen der Bauern mit Landbesitz stabilisieren und den Grad der
Selbstversorgung bei Zucker trotz eines ungeheuer hohen Pro-Kopf-Verbrauchs
halten. Bei Reis wird sogar mehr produziert als im Lande verbraucht wird. Der Überschuss
wird in die arabischen Nachbarländer exportiert und generiert Devisen, die zum
Import von Brotgetreide dringend gebraucht werden. Mit dem Export von Reis wird
natürlich virtuell auch das Nilwassers exportiert, das hier für dessen
Produktion aufgewendet worden ist. Die Produktion von einem Kilogramm Reis
verbraucht etwa 2000 Liter Wasser. Ein Exportvolumen von ca. 500 Tausend Tonnen
Reis pro Jahr entspricht somit einer virtuellen Wassermenge von 1 km3.
Auch die Gemüseexporte nach Europa bedeuten, dass wir in
unseren Supermärkten mit jedem Beutel ägyptischer Zwiebeln oder Kartoffeln auch
eine erhebliche Menge an Nilwasser in virtueller Form kaufen, nämlich die
Menge, die für deren Produktion aufgewendet worden ist.
Bodenressourcen
Trotz groß angelegter Projekte zur Landerschließung konnte
die tatsächlich bewässerte Fläche in den vergangenen Jahrzehnten nur begrenzt
ausgedehnt werden. Viele aufwändig erschlossene Flächen liegen brach, da - vereinfacht
dargestellt - die zur Kultivierung vorgesehene Umsiedlung von Kleinbauern aus
dem Niltal bzw. eine Ansiedlung kommerzieller Agrarunternehmen auf große
Probleme gestoßen ist, und die Produktion auf den unfruchtbaren Wüstenböden
wegen der erforderlichen Bewässerungs- und Kulturtechnik extrem
kapitalaufwendig ist.
So reicht das Ertragspotential der meist sandigen Wüstenböden
des „Neuen Landes“ bei weitem nicht an das der verlorenen tiefgründigen
Schwemmlandböden des „Alten Landes“ heran. Die Anbauintensität auf den
fruchtbaren Schwemmlandböden liegt bei gut zwei Ernten pro Jahr mit Flächenerträgen,
die im Weltmaßstab zu den höchsten gehören, während die meisten Wüstenböden
ohne aufwändige Bewässerungstechnik und chemische Düngung völlig unfruchtbar
sind.
Die pro Kopf verfügbare Kulturfläche ist durch das
Wachstum der Bevölkerung und trotz Landerschließung so weit zurückgegangen,
dass heute rein rechnerisch eine Fläche von nur noch 21 mal 21 Meter pro Kopf für
die Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung steht. Auch bei intensivster
Bewirtschaftung ist eine Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln auf einer so
kleinen Fläche unmöglich.
Ägypten muss somit nicht-landwirtschaftliche
Einkommensquellen entwickeln, um den steigenden Importbedarf an
Grundnahrungsmitteln für seine Bevölkerung finanzieren zu können. Und um die Nahrungsmittellücke
zu minimieren, muss die Neulanderschließung in dem Masse vorangetrieben werden,
wie Flächen im „Alten Land“ verloren gehen und Wasser zur Verfügung
steht.
Da jedoch die
Subsistenzlandwirtschaft im „Alten Land“ die Lebensgrundlage von immer
noch knapp der Hälfte der Bevölkerung Ägyptens darstellt, muss eine solche
Politik begleitet werden von Maßnahmen zur Erhaltung eben dieser Lebensgrundlage
von über 20 Millionen Bauern, und einer fast ebenso großen Zahl abhängiger ländlicher
Bevölkerung, die nicht von den anderen „modernen“ Wirtschaftssektoren absorbiert
werden können.
Bereits jetzt haben sich infolge des eingeleiteten
Strukturanpassungsprozesses im Sinne einer Liberalisierung der Wirtschaft die Lebensbedingungen
der ländlichen Armutsbevölkerung erheblich verschlechtert. Insbesondere wurde
die Armut der landlosen Pächter dadurch verschärft, dass gesetzliche Bestimmungen
aus der Zeit der Landreform unter Präsident Nasser abgeschafft worden sind.
Diese hatten landlosen Pächtern über vier Jahrzehnte ein weitgehend unbefristetes
Nutzungsrecht zu günstigen Konditionen zugesichert. Fast eine Million Pächterfamilien
haben bereits ihre Ansprüche auf das von ihnen bestellte Land verloren und
wandern nun in die Städte ab.
Eine weitere Intensivierung der Agrarproduktion im „Alten
Land“ stößt an ökologische und soziale Grenzen, da die Kleinbauern das
wenige ihnen verbliebene Land auch für den Eigenbedarf nutzen müssen, bevor sie
Überschüsse für den Markt oder gar den Export erzeugen können. Das muss
angesichts einer zunehmenden Integration des Landes in die Weltwirtschaft und
steigender Deviseneinnahmen aus den nicht-landwirtschaftlichen Sektoren jedoch
nicht zu einer Nahrungsmittelknappheit führen. Dieser Prozess geht jedoch mit
einer zunehmenden Abhängigkeit Ägyptens von den Agrarüberschussländern einher.
Die Verarmung insbesondere der ländlichen Bevölkerung kann
nur aufgehalten werden, wenn sowohl die ägyptische Agrar- und Wasserpolitik als
auch die Entwicklungszusammenarbeit energisch gegen-steuern und zusätzlich das
Bevölkerungswachstum drastisch zurückgeht.
Die Aufgabe der ägyptischen
Politik und der Entwicklungszusammenarbeit
Insbesondere muss nun wirksamer als bisher dem
unwiederbringlichen - durch eine unkontrolliete Urbanisierung verursachten -Verlust
fruchtbaren Kulturlands entgegengetreten werden. Eine realistische Agrarentwicklungsstrategie
muss mit dem Eingeständnis beginnen, dass die bereits aus der Zeit des Präsidenten
Nasser stammenden Ziele sowohl der Selbstversorgung mit Agrarprodukten durch
Ausweitung der Bewässerungslandwirtschaft auf Wüstenböden, als auch der Entlastung
des Niltals durch Ansiedlung von Kleinbauern oder Universitätsabsolventen auf
solchen Standorten nicht realistisch waren („New Valley Project“).
So muss heute erneut eine Antwort auf die Frage gefunden werden, in
welchem Ausmaß Wasser für die Produktion hochwertiger Exportprodukte durch kommerzielle
Agrarunternehmen auf Neuland bereitge-stellt werden kann ohne die Lebensgrundlage
der Masse der Subsistenzbauern im „Alten Land“ zu gefährden. Angesichts
des wachsenden Defizits Ägyptens an Grundnahrungsmitteln muss das politische
Ziel der Minimierung von Nahrungsmittelimporten präzisiert und in eine entsprechende
Förderpolitik übersetzt werden. Diese wird nicht ohne Kompromisse auskommen,
wenn sie neben der Versorgungs-sicherung der städtischen Bevölkerung auch die
Sicherung der Lebensgrundlage der Masse der kleinbäuerlichen Bevölkerung nicht
vernachlässigen und so dramatischen sozialen Umwälzungen zuvorkommen will.
[1] Dadurch steigt der Grundwasserspiegel gerade unter den Städten an, und
werden die Sockel auch vieler antiker Monumente geschädigt