Altstadtsanierung in Kairo: Die "Unbesiegbare" leidet an Kreislaufschwächen

von Wolfgang Mayer

Ende April hatte die Antikenverwaltung (Supreme Council of Antiquities) gemeinsam mit dem Goethe Institut und dem DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) eingeladen zur 2. Internationalen Konferenz zur Restaurierung und Erhaltung gemal-ter Oberflächen in ägyptischen Baudenkmalen. Auf der Tagesordnung der dreitägi-gen Konferenz in den Räumen des Goethe Institutes Kairo standen zahlreiche Beiträ-ge von ägyptischen, deutschen und österreichischen Professoren, Restauratoren und Konservatoren. Leider fand die Veranstaltung erst nach Redaktionsschluss dieser Papyrus-Ausgabe statt. Die Redaktion nahm sie jedoch zum Anlass, sich einmal näher mit dem Problem der Sanierung von Baudenkmalen zu beschäftigen und veröffent-licht nachstehend einen Artikel von Wolfgang Mayer. Der Architekt und ehemalige Hauptkonservator der Denkmalbehörde Stuttgart lebt und arbeitet seit sechs Jahren als Langzeitdozent des DAAD in Kairo. Neben seiner Gastprofessur an der Cairo U-niversity und Mitarbeit im Deutschen Archäologischen Institut (DAI) hat er sich ins-besondere der Sanierung der islamischen Altstadt gewidmet. Der leicht überarbeitete Artikel erschien zuerst in Detail, Zeitschrift für Architektur + Baudetail, 6/2001. Die Thematik ist nach wie vor aktuell: Der Verfall der Altstadt schreitet weiter voran, dringender Handlungsbedarf ist gegeben.

"Das ist also das Kairo der Zukunft, der kosmopolitische Jahrmarkt? Oh Gott, wann werden sich die Ägypter auf sich selbst besinnen, wann werden sie einsehen, dass die Vergangenheit ihnen ein unveräußerliches Erbteil der Baukunst, der feinen Eleganz hin-terlassen hat und dass durch ihre Nachlässigkeit eine der köstlichsten Städte auf Erden einstürzt und untergeht!" Pierre Loti, Im Land der Pharaonen, Dresden 1910

Die drei Epochen in der Stadtbaugeschichte

Als erste Epoche ist die Zeit vom Mittelalter bis zum Ägyptenfeldzug Napoleons (1799-1801) zu sehen. Die Stadt entwickelte sich aus einem Heerlager, welches 641 durch den General Amr Ibn al-As gegründet wurde, zu einer ummauerten Stadt mit ca. 270 000 Ein-wohnern. Aus diesen 1200 Jahren islamischer Baukunst stammen die bedeutendsten Bau-denkmale Kairos, so die Ibn Tulun Moschee (876-79), die Al-Azhar Moschee (970), die Stadtmauer mit ihren Stadttoren (1087), die Zitadelle (1176-82), die großen Friedhöfe im Süden und Norden und die monumentalen Bauten der Mamelukenzeit (13.-15. Jahr-hundert). Noch heute prägen diese Monumente das Stadtbild. Die zweite Epoche liegt zwischen 1805 und etwa 1940, die Zeit der Zuwendung Ägyptens zur Moderne unter Mohamed Ali (1805-1848) und des daran anschließenden Protektorats der Engländer (1882-1954). In dieser Zeit wurde nach französischem Vorbild westlich der Altstadt, mit der Anbindung zum Nil, eine neue Wohn- und Geschäftsstadt mit sternförmigen Plätzen und breiten Straßen errichtet. Es entstanden zahlreiche Bauten in historischem Stil, meist italienischer Prägung. Hier wohnten überwiegend zugewanderte Europäer. Der Sitz der Herrscherfamilie wurde nach über 600 Jahren von der Zitadelle in den neuen Stadtteil verlegt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wohnten in Kairo ca. 600 000 Ägypter und 30 000 Europäer. In einer dritten Epoche ab den Vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts trat eine Verarmung der Bevölkerung ein. Die Reichen der Kairiner Gesellschaft zogen aus der Innenstadt in die seit Beginn des 20. Jahrhunderts neu gebauten Vorstädte wie Garden City, Heliopolis oder Maadi/Helwan. Die Altstadt wurde nun Zufluchtsort der Landbe-völkerung, die hierher zog, um arbeit zu finden. Kairo, von den Ägyptern auch liebevoll "Um el-Dunja" - die Mutter der Welt - genannt, war mit seiner bestehenden Infrastruktur diesem Zustrom nicht mehr gewachsen. Umfasste die Einwohnerzahl 1890 noch 6-8% der Gesamtbevölkerung, so waren es 1980 schon über 30%, mit steigender Tendenz. Der ungeheure Bevölkerungsdruck führte zur "informellen Besiedlung" des Stadtrandes und 1974 unter Präsident Sadat zum Manifest der "October Working Papers", aufgrund dessen in der Umgebung von Kairo 13 neue Satellitenstädte gebaut werden sollten.

Mit der Unabhängigkeit Ägyptens ab 1952/54 änderte sich der Baustil radikal. Die klassi-zistische Bauweise wurde durch den "internationalen Stil" abgelöst. Mit einem "sozialis-tischen Wohnungsbau" wollte man die enorme Wohnungsnot lindern. Die Altstadt wurde in dieser Entwicklung gänzlich vernachlässigt. 1976 lag die Wohnungsdichte in Kairo bei ca. 1300 Menschen pro Hektar. In manchen Quartieren der Innenstadt drängten sich bis zu 150 000 Einwohner pro Quadratkilometer. Über 60% der dort gelegenen Häuser wur-den von offizieller Seite als baufällig ausgewiesen. Die Aufgabe, billigen Wohnraum be-reitzustellen hat der Staat bis heute nicht bewältigt. Die informellen Siedlungen rund um die Stadt dehnen sich auf die fruchtbaren bewässerten Anbaugebiete aus, und so gehen jährlich rund 500 Hektar hochwertiger landwirtschaftlicher Nutzfläche verloren.

Wachstum an den Rändern, Zerfall im Zentrum

Denn Kairo gehört heute zu den am schnellsten wachsenden Metropolen der Welt. 1960 zählte die Stadt noch vier Millionen Einwohner (bereits seit 1927 ist Kairo eine Millionenstadt). Für das Jahr 2001 schätzt man die Bevölkerung auf 18 bis 19 Millionen. Und sie wächst jährlich um ca. 400 000 Einwohner weiter. Entgegen aller Prognosen ist Kairo aber noch immer bei erstaunlich guter Gesundheit - trotz ständiger Kreislaufschwächen. Seit einiger Zeit gibt es von der Regierung auch Anstrengungen, die mittelalterliche Alt-stadt vor weiterem Zerfall zu retten. Das alte Kairo, die Stadt der tausend Minarette, umfasst ein Gebiet von 3,87 Quadratkilometer (das historische Venedig 4,5, Aleppo 2 Quadratkilometer). Diese Fläche wird im Norden durch die Stadttore Bab al-Futuh und Bab al-Nasr, im Süden durch die Ibn Tulun Moschee, die Salah Salem Straße im Osten und die Port Said Straße im Westen begrenzt. Nach einer Klassifizierung, die Anfang des 20. Jahrhunderts durch das Comité des Conservation de L'Art Arab durchgeführt wurde, befinden sich dort ca. 450 Baudenkmäler. Seit dieser Zeit wurde die Denkmalliste nicht sys-tematisch weitergeführt, so dass in diesem Inventar leider viele wichtige Bauten des 19. Jahrhunderts - insbesondere die Profanbauten - fehlen. Als ein städtebauliches Gesamt-kunstwerk wurde die Altstadt von der UNESCO 1979 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Der ägyptische Staatspräsident Mubarak bezeichnete bei seinem Amtan-tritt 1981 die Infrastruktur seiner Hauptstadt wörtlich als "Schrotthaufen" und stellte ein großes Budget für Verbesserungsmaßnahmen zur Verfügung. Von Heliopolis nach Hel-wan wurde eine Metro-Linie gebaut, zur Entlastung des chronisch verstopften Straßen-verkehrs hat man zahlreiche mehrspurige Straßenbrücken, die sogenannten "fly-overs", in die Innenstadt geschnitten - zum Nachteil des Stadtbildes und der Fußwegverbindungen. Die mittelalterliche Altstadt spielte bei allen diesen Konzepten und Maßnahmen kaum eine Rolle, der Zerfall der Bausubstanz nahm dramatisch zu. Kunsthistoriker, Islamwissenschaftler und Architekten machten nun gemeinsam auf diesen bedrohlichen Zustand aufmerksam, was zu einer ersten internationalen Hilfswelle führte.

Sanierung der Altstadt

1972 begann eine polnisch-ägyptische Expertengruppe mit einem Sanierungsprojekt im nördlichen Friedhof. Seit 1973 ist auch das Deutsche Archäologische Institut (DAI) in die Altstadtsanierung mit eingebunden. Im Zentrum des historischen Stadtgefüges, wo einst die prächtigen fatimidischen Paläste standen, hat man ein Stadtquartier ausgewählt, wo eine Reise historischer Bauwerke wiederhergestellt werden sollte. Ziel der Sanierung einer ganzen Gasse ist, die Bevölkerung in die Projekte mit einzubeziehen, ihnen ein Verantwortungsgefühl für die historische Bausubstanz zu vermitteln und sie zu Eigeninitiativen anzuregen.

Bis heute (d.h. 2001, Anm. der Red.) wurden zwölf Gebäude durch das DAI saniert. Da der Haushalt eines Archäologischen Instituts keinen ausgewiesenen Titel für die Restaurierung islamischer Bauwerke hat, ist man auf Spenden angewiesen - so u.a. aus der Partnerstadt Stuttgart und der Kulturhilfe des Auswärtigen Amtes. Ein erstes Projekt zur Sanierung der gesamten Altstadt wurde 1997 im Rahmen des United Nations Development Program erar-beitet. Dieser Bericht dient als Grundlage für ein seit dem Jahr 2000 durch das Kulturminis-terium durchgeführtes Programm, nach dem mehr als 80 Einzelbauwerke saniert und für Besucher zugänglich gemacht werden sollen. Zusätzlich arbeitet eine neu gebildete Gruppe von Planern an der Flächensanierung einzelner Quartiere, deren Umsetzung jedoch meist an den komplizierten Eigentumsverhältnissen scheitert.

Ursachen für den Verfall

Neben diesen privatrechtlichen Schwierigkeiten, zu denen auch der mangelnde Bauunter-halt durch die Hauseigentümer gehört (die Mietpreise wurden unter der Regierung Nasser eingefroren, so dass ein Mietgebäude oft nur bis zu 5 Euro pro Monat als Mietzins erwirt-schaftet), ist das derzeit größte Problem der ständig steigende Grundwasserspiegel sowie die hohe Schadstoffbelastung der Luft. Dies trifft im übrigen auch für alle pharaonischen und frühchristlichen Baudenkmale im Niltal zu, die durch aufsteigende Feuchtigkeit akut gefährdet sind. In großen Bereichen liegt der Grundwasserspiegel nur wenige Zentimeter unter dem Fußbodenniveau. Die Schadstoffe, welche aus einem total verrotteten Abwas-sersystem in den Boden gelangen, dringen so in die Fundamente der Bauwerke ein und schädigen das Mauerwerk. Noch beschleunigend für den Verfall ist die hohe Schadstoffbelastung der Luft. Die in der feuchten Luft gebundenen Oxide von Schwefel und Kohle dringen als Kohle- und Schwefelsäure in den Stein sein. Dadurch gelöste Salze greifen die Bindemittel an, kristallisieren und führen zu unansehnlichen Ausblühungen und der Zerstörung der Oberfläche. Durch einen Kristallisationsdruck kommt es in der Folge zu Steinabsprengungen. Natriumsulfat, das sich durch Verbrennungsabgase auf der Stein-oberfläche ablagert und bei einer Temperatur von 32,5 Grad Celsius besonders viel Was-ser bindet, wirkt beschleunigend auf den Feuchtetransport aus den Poren des Steins nach außen und führt zu einer Zerstörung der Oberfläche. Da kurzfristig - man muss hier an einen Zeitraum von 10 bis 20 Jahren denken - mit keiner wesentlichen Verbesserung der Umweltsituation zu rechnen ist, wurden vom DAI Lösungswege gesucht, die auf das Problem der aufsteigenden Feuchtigkeit am Einzelgebäude eingehen.

Fallbeispiel Brunnenhaus

1744 hat der Janitscharen-Offizier und spätere Emir Abd ar-Rahman Kathuda al-Qazdagli an einer Straßengabelung der Sharia Muizz ad-Din als religiöse Stiftung ein Brunnenhaus errichten lassen (s. Abb.). Solche Brunnenhäuser waren seit dem 14. Jahrhundert zur Wasserversorgung der Bevölkerung im ganzen Stadtgebiet verbreitet. Auf Straßenniveau liegt der Brunnenraum mit großen Öffnungen, die mit Ziergittern aus Messing versehen sind. Durch die Gitter konnte die Bevölkerung aus den Bassins Wasser schöpfen. Darunter befindet sich eine unterirdische Zisterne, die durch Wasserträger mit Nilwasser befüllt wur-de. Der von der Straße aus einsehbare Brunnenraum wurde vollständig mit Fayencefliesen, die vermutlich in der Türkei gefertigt wurden, ausgekleidet. An der Ostwand, die in Ägypten nach Mekka ausgerichtet ist, sind auf zwölf Fliesen die dortigen heiligen Stätten dargestellt. Die gesamte Innenverkleidung wurde ursprünglich in einem dicken Mörtelbett auf dem konstruktiven Ziegelmauerwerk verlegt. Die dreiseitige Fassade ist mit Säulen und Rundbogen, einem fünfzonigen Stalaktiten oder Muqarnagesims und einer Marmorverkleidung aufwändig gestaltet.

Das Comité des Conservation de L'Art Arab führte zwischen 1895 und 1902 erste Restaurierungsmaßnahmen durch. So wurden fehlende und gebrochene Fliesen mit Bestän-den aus dem Museum ergänzt. Meist haben solche Brunnenhäuser im Obergeschoss noch einen offenen Schulraum, in dem Waisenkindern der Koran gelehrt wurde. Mit Beginn der Restaurierungsarbeiten hat das DAI auch einen Umnutzungsvorschlag für das Gebäude erarbeitet. Aufgrund der attraktiven Lage im Nukleus der historischen Altstadt, umge-ben von Gebäuden des 13. und 14. Jahrhunderts, hatte es vorgeschlagen, im Oberge-schoss, dem ehemaligen Klassenraum, der an drei Seiten offen ist, eine Teestube in islamischer Tradition einzurichten. Obwohl diese Umnutzung ohne technische Schwierigkeiten durchführbar gewesen wäre, wurde der Vorschlag vom Religionsministerium abgelehnt. Nach ägyptischem Gesetz dürfen Baudenkmäler, welche als Stiftung einen religiösen Hintergrund haben, nicht gewerblich genutzt werden. Durch dieses Gesetz bleiben - sieht man von den Moscheen einmal ab - weit über die Hälfte al-ler Baudenkmäler in Kairo ungenutzt. Dadurch erfahren sie keinen Bauunterhalt und schon nach kürzester Zeit sind sie verschmutzt und heruntergekommen. Leider sind diese Gebäude für Besucher meist unzugänglich, da der zuständige Wächter meist im Nachbar-café sitzt und Tee trinkt.

Bereits von 1980 bis 1984 führte das DAI mit Geldern der Stadt Hamburg eine umfas-sende Restaurierung durch. Im Brunnenraum waren die Fayencen der unteren Wandpartien durch Salzabsprengung fast voll ständig verloren gegangen und wurden durch neue Fliesen, die in der Türkei gefertigt wurden, ersetzt. Die neuen Fliesen wurden mit einem Kunstharzkleber auf eine Kalkmörtelschicht geklebt. Schon nach wenigen Jahren zeigte sich, dass durch die aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk ein Kristallisationsdruck entstand, der zur Absprengung und Zerstörung der Majolika führte. 1994 entschloss man sich, die von der Sanierung 1984 noch erhaltenen Fliesen zu entfernen, und eine erneute Sanierung des Brunnenraumes durchzuführen. Da eine Trockenlegung des Mauerwerks durch eine Horizontalabdichtung nicht möglich war und eine erneute Verlegung im Mörtel ausgeschlossen wurde, hat man sich zu dem Prinzip einer vorgehängten Fassade entschlossen. Nach der teilweisen Entsalzung des Mauerwerks mit Zellulosekompressen wurden auf einem Rahmen aus nicht rostendem Stahl wasserresistent beschichtete Gipspanele in einem Abstand von 5 Zentimetern zum originalen Mauerwerk befestigt. Hierauf wurden die in Kairo nach historischem Vorbild gefertigten Replikate geklebt. Durch das bis zu 15 Zentimeter dicke Mörtelbett des ursprünglichen Wandaufbaus konnte die neue Vorderkante bündig mit den im oberen Teil angebrachten Originalfliesen ausgebildet werden, ohne ins Mauerwerk eingreifen zu müssen. Die Anschlussfuge wurde offen gelassen, um die neue Verkleidung hinterlüften zu können. Die Marmorsockel wurde demontierbar befestigt, um das im Laufe der Zeit auskristallisierte Salz entfernen zu können. Heute, gut zehn Jahre nach Abschluss dieser Arbeiten, kann man sagen, dass sich das Prinzip der vorgehängten Fassade bewährt hat, da bisher keine neuen Schäden aufgetreten sind. Die Gesamtkosten des Projektes lagen bei 15 000 DM.

Konzept für die Zukunft

Die Restaurierungsmaßnahmen waren auf die punktuelle Konservierung und Erhaltung gefährdeter Bauteile beschränkt. Seitens der ägyptischen Regierung oder internationaler Institutionen muss aber baldmöglichst das Problem des hohen Grundwasserspiegels gelöst werden. Als eine erste Maßnahme zur Rettung der Altstadt muss das marode Kanalisationssystem erneuert und eventuell tiefer gelegt werden.

Abgesehen von den Umweltbedingungen ist ein Mangel an erfahrenen Bauhandwerkern zu beklagen. Um das Handwerk im Umgang mit traditionellen Materialien unter dem Vorsatz "Reparatur vor Auswechselung" zu schulen, hat der Autor ein Ausbildungszentrum in Kai-ro initiiert. Bei der Restaurierung eines historischen Gebäudes sollen ortsansässige Hand-werker im Umgang mit dem Altbau geschult werden. Durch eine so erfolgte Spezialisierung können sie als selbstständige Fachkräfte weitere Bauaufgaben übernehmen, für ansässige Familien werden so Arbeitsplätze geschaffen. Dieses Pilotprojekt soll eine Anlaufstelle für die Bevölkerung werden, wo sich Mieter, Hauseigentümer und Architekten bei Spezialisten über die technischen Möglichkeiten der Sanierung wie auch der Finanzierung ihrer Gebäude oder Wohnungen erkundigen können. Als weiterer Schritt ist gedacht, in den restaurierten Räumen ständige Aus- und Weiterbildungskurse für das Handwerk abzuhalten.

Das Ausbildungszentrum für Handwerker steht nun, im April 2004, kurz vor der Verwirk-lichung. Überhaupt wurden seit Veröffentlichung des vorstehenden Artikels durch die ägyptische Regierung große Anstrengungen zur Erhaltung der wichtigen Baudenkmäler unternommen, wie man derzeit überall in der Altstadt beobachten kann. Ein wichtiges Sanierungsvorhaben ist das Projekt der Aga-Khan-Stiftung im Stadtquartier Darb al-Ahmar, wo neben der Sanierung wichtiger Baudenkmale auch die Sanierung und Erhal-tung der Wohngebäude ein vorrangiges Ziel darstellt.

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