In vier Tagen durch die Westliche Wüste
von Petra Post
Erster Tag, der 12. Februar 2003.
Es ist vier Uhr morgens, der Regen trommelt auf die Klimaanlage vor unserem Schlafzimmerfenster. Ein schöner Beginn für unsere Tour in die Westliche Wüste! Am liebsten wären wir bei diesem ungemütlichen Wetter im Bett geblieben. Stattdessen quälen wir uns zu nachtschlafender Zeit aus den Federn. Der Mietwagen samt Fahrer ist pünktlich. Betont vorsichtig, ja fast im Schritttempo, bewegen wir uns auf den nassen Straßen voran. Könnte er nicht ein bisschen schneller fahren? Wir verpassen ja sonst noch unser Flugzeug! Der Fahrer rast los. So war es eigentlich nicht gemeint, aber immerhin nähern wir uns unserem Ziel. Plötzlich tauchen Rücklichter vor uns auf. Er hält darauf zu. Sieht er denn nicht, dass der Wagen vor uns fast steht? Dann passiert das Unvermeidliche: Wir prallen aufeinander. Eine schöne Bescherung! Zum Glück ist uns nichts passiert. Allerdings ist die Motorhaube unseres Mietwagens eingedrückt und der Fahrer weigert sich, weiterzufahren. Der Wagen vor uns ist verschwunden. Merkwürdig. Und was nun? Weit und breit ist kein Taxi zu sehen. Die Straßen sind zu dieser Zeit menschenleer. Unser Handy haben wir dummerweise zu Hause gelassen, und der Fahrer kann leider auch keine Hilfe herbeirufen. Wir sind ratlos. Beim Blick auf die Uhr überkommt uns Panik. Wir verpassen unseren Flug! Und damit fällt auch der ganze Trip durch die Westliche Wüste buchstäblich ins Wasser! Wir haben diese viertägige, nicht gerade preisgünstige Reise mit dem ARCE (American Research Center in Egypt) schon Wochen zuvor gebucht und natürlich vollständig bezahlt. Wer würde uns die Kosten er- setzen? Außerdem hatten wir uns darauf gefreut, endlich einmal die Weiße Wüste kennen zu lernen... Kurz bevor wir ent- mutigt aufgeben wollen, kommt doch noch ein Taxi vorbei und der Fahrer willigt sogar ein, uns zum Flughafen zu fahren. Wir können unser Glück kaum fassen, als wir fast im letzten Moment nach einigem Hin- und Hergerenne zwischen den einzelnen Gates (niemand weiß Bescheid!) endlich zu unserer Gruppe stoßen!
Der Flug nach Charga verläuft ruhig und ereignislos. Je weiter wir nach Süden fliegen, desto mehr reißt die Wolkendecke auf, und beim Anflug auf die Oase können wir deutlich die Grenze zwischen Wüste und fruchtbarem Land erkennen; selbst ein paar Sanddünen zeichnen sich deutlich ab. Da auf dieser Reise unser Hauptinteresse dem knapp 200 Kilometer entfernten Dachla gilt, ist leider keine Besichtigungstour in Charga vorgesehen. Es geht vom Flugzeug direkt in den Bus und weiter Richtung Dachla. Schläfrig und nur mit halbem Ohr lauschen wir den Ausführungen unseres Begleiters, des Geologen Dr. Bahay Issawi: Die Westliche oder Libysche Wüste ist eines der trockensten Gebiete der Welt. Im Prinzip handelt es sich hierbei um eine 300 Meter hoch gelegene Kalksteinebene, deren Oberfläche in der Nähe von al-Alamein bis zu 130 Meter unter Meeresspiegelniveau absinkt. Südlich davon erstreckt sich das Große Sandmeer über fast 800 Kilometer in nord-südlicher Richtung. Dessen östliche Ausläufer reichen bis nach Dachla. Vor dem Fenster ziehen Sanddünen vorbei...
Ankunft in Dachla, der mit etwa 80.000 Einwohnern größten Oase der Westlichen Wüste und in den Augen vieler, auch die schönste. Dachla liegt in einer Senke und wird im Norden von einem rötlich schimmernden Felsabbruch begrenzt. Dr. Anthony Mills, der Leiter des Dachla-Projekts, das sich seit 1978 mit den Veränderungen der Region während der letzten 350.000 Jahre befasst, ein unkom- pliziert wirkender Mann mit löchriger Hose und einem Hut, der bestimmt schon bessere Zeiten gesehen hat, nimmt uns in Empfang und fährt in seinem Jeep zur ersten Grabungsstätte in Balat voraus. Wir besichtigen pharaonische Herrschergräber: Im Alten Reich war dies der Sitz der Oasen-Gouverneure. Die von einem französischen Archäologen-Team errichteten Modellbauten zeigen anschaulich die Innen- sowie die Außenansicht dieser Mastabas.
Unsere nächste Etappe ist die römische Siedlung Kellis, die auf das 2. Jahrhundert v. Chr. zurückgeht und vollkommen unter dem Sand begraben war. Dank unter- irdischer Wasserquellen verfügten die damaligen Bewohner über ein komplexes landwirtschaftliches System und reiche Ernten, obwohl sie sich sechs Tagesreisen vom Niltal entfernt befanden. Von diesem riesigen Grabungsfeld sind laut "Tony" bisher nur zwei Prozent erforscht. Zu den Funden gehört neben Unmengen von Tonscherben ein römisches Buch, ver- mutlich das älteste Buch aus Holz, das je entdeckt wurde. Ebenfalls hier wurden die Überreste der ältesten christlichen Kirche (ca. 300 n. Chr.) ausgegraben sowie ein Tempelareal. Aus bisher unbekannten Gründen verließen die Bewohner im 4. Jahrhundert diesen Ort: Möglicherweise waren die Brunnen versandet.
Inzwischen ist der Wind zu einem richtigen Sandsturm angewachsen, so dass wir Mühe haben, Tonys Erklärungen zu folgen. Und so wird das für den Nachmittag vorgesehene Besichtigungsprogramm kurzerhand auf den nächsten Vormittag verschoben. Nach einem einfachen Mittagsessen in den neu errichteten Unterkünften des Grabungsteams fahren wir zum Hotel "An-Nugum", unserer Un- terkunft in Mut, dem Hauptort von Dachla. Die Zimmer sind einfach, aber sauber, allerdings zu dieser Jahreszeit viel zu kalt, um sich darin aufhalten zu können. Nach einem Spaziergang durch die "Stadt", die Hauptstraße einmal hinauf und hinunter (leider erfahren wir erst zu spät von der Altstadt mit ihrer Festungsruine), und einem Abstecher in die "Gärten", Felder mit hellgrünen Reispflänzchen, bei dem wir uns bei dem Versuch, den schmalen Erdpfad entlang zu balancieren, nasse Füße holen, ziehen wir uns mit einem Buch in den windgeschützten Innenhof des Hotels zurück und lassen uns von den Sonnenstrahlen wärmen. Nach dem Sonnenuntergang ist es jedoch bitterkalt. Der Abend dehnt sich. Das Abendessen, eine willkommene Abwechslung, nehmen wir in Winterjacken eingemummelt ein. Nach einem Glas vom mitgebrachten Rotwein, das wir uns gemeinsam mit Freunden in unserem "Wohnzimmer", einer Art Vorzimmer zu unseren Schlafzimmern, im "gemütlichen" Licht der Neonröhren gönnen, sind wir dann zum Glück so müde, dass wir trotz der harten, schmalen Betten und dünnen Decken einschlafen.
Zweiter Tag, der 13. Februar 2003.
Frühstück wieder in dicken Jacken. Danach geht's mit unserem Bus zunächst in den Ortskern von Mut. Wir stehen auf einer Art Müllhalde, übersät mit Tonscherben - vermutlich die Überreste von Opfergefäßen. Nichts weist darauf hin, dass sich hier von der 18. bis zur 26. Dynastie die Hauptstadt der Oase befand. Laut Tony deckten sich die späteren Bewohner hier mit Baumaterialien ein - weshalb wohl auch von dem einstigen Seth-Tempel leider nichts mehr übrig ist.
Wir fahren an einem künstlichen See vorbei, passieren eingefallene Lehmhäuser, Mountainbikes als Zugeständnis an die Moderne. Schwarze Kühe weiden auf den Wiesen, Kuhreiher stehen auf den Feldern. Kunstvoll geflochtene Zäune aus Palmwedeln. Vereinzelte Wandmalereien, Zeugnisse einer Hadsch. Häuser aus Beton mit Pfeilern auf dem Dach - für die Wohnungen künftiger Generationen ist offenbar schon vorgesorgt -, zwischen die Wäscheleinen gespannt sind. Überall Grün in den verschiedensten Schattierungen, von der Sonne hervorgehoben. Ein mit Futter beladener Esel trottet einen Pfad entlang. Hier und da der vertraute Anblick einer Palme, Salzrückstände auf der Erde, Müll am Straßenrand, und immer wieder Dattelpalmen. Dazwischen rufende, winkende Kinder.
Ain al-Gazarin (Quelle der Metzger), 40 Kilometer westlich, ist unser nächstes Ziel: Das ganze Grabungsgebiet ist mit winzigen Teilen von Tierknochen und Feuersteinen bedeckt. Anfangs, so Tony, gab es hier nur Sand, Steine und keinerlei sichtbare Architektur. Die inzwischen ausgegrabenen Gebäude sind eher klein und nicht besonders sorgfältig gebaut. Man fand beispielsweise eine Bäckerei - leicht zu erkennen an den Ascheresten und den schweren Brotformen. Selbst ein Brot entdeckte man in einer der Formen, das aber in der Sonne sofort zerfiel. Funde von Tamarisken- und Akazienzweigen zeigen, dass das Brot nur kurz in sehr heißem Feuer gebacken wurde und dann in der Form abkühlte. Die Bedeutung der Räume innerhalb der Umgrenzung ist jedoch noch unklar, da bislang keine Artefakte entdeckt wurden. Bei den Umrissen eines großen, symmetrischen Gebäudes könnte es sich um einen Tempel aus dem Alten Reich handeln. Die Anlage geht auf die 5. Dynastie zurück; möglicherweise diente sie als Handelsposten - wenngleich die Art der Waren unklar ist -, vielleicht als Zwischenstation für Gruppen, die nach Westen in die Wüste zogen. Doch was suchten sie da?
Auf der Weiterfahrt nach al-Qasr, an Feldern, Sanddünen und einer steil aufragenden Felswand entlang, machen wir einen Abstecher zu den römischen Tempelruinen Deir al-Haggar (Abb. oben). Der von Nero errichtete und den Göttern Amun-Re, Mut und Konschu geweihte Tempel war lange Zeit unter einer hohen Düne begraben. Sehenswert die gut erhaltenen Reliefs!
Zurück im Bus ziehen wieder Bilder an uns vorüber: Orangenbäume, Satelliten- schüsseln, Bewässerungskanäle... Dann al-Qasr, ein malerischer, inzwischen unter Denkmalschutz stehender und kaum noch bewohnter Ort aus dem 6. Jahrhundert, mit traditionellen Lehmbauten, überragt von den Minaretten zweier Moscheen. Wir schlendern etwas ziellos durch die engen Gässchen, sammeln Eindrücke und be- wundern die Holzschnitzereien auf den Querbalken über den Türen, die den Namen des Zimmermanns, des Besitzers sowie das Datum der Fertigstellung angeben. Das Dachla-Projekt ist momen- tan mit der Restaurierung des aus dem 17. Jahrhundert stammenden "Richterhauses" beschäftigt. Beeindruckend ist vor allem die Deckenkonstruktion aus Holzbalken und Palmblättern! Tony erzählt, dass die Familie, die vor zwanzig Jahren ihr Heim verlassen hat, wieder einziehen wolle, sobald die Arbeiten abgeschlossen seien. Bleibt abzuwarten, was die Antikenverwaltung davon hält... Nach der Besichtigung einer alten, noch gut erhaltenen Ölpresse und einer Madrasa sind wir reif fürs Mittagessen!
Das findet zu unserer Freude im Freien statt, in einem malerisch vor einer Felskulisse gelegenen Ausflugslokal. Wegen der Feiertage herrscht hier Hochbetrieb: Es sind hauptsächlich ägyptische Familien, die bei einem Picknick unter Palmen den Tag verbringen.
Die Weiterfahrt zur 300 Kilometer entfernt liegenden Oase Farafra verläuft zunächst parallel zu einer Steilwand, davor befindet sich ein Streifen Sand. Die neue Teerstraße ist etwas 100 Kilometer länger als die alte Karawanenroute, wie wir erfahren. Etwa 70 Kilometer vor Farafra windet sie sich den bis zu 240 Meter hohen "Steilabfall" hinauf, der die Oase an drei Seiten umgibt - kaum vorstellbar, dass auch Farafra in einer Senke liegt! Im letzten Licht kehrt ein Bauer mit seinem Eselskarren vom Feld zurück, zwei Kühe hinter sich her ziehend. Nachdem die Sonne als rot glühender Ball am Horizont untergegangen ist, leuchtet uns der Mond den Weg.
Ankunft im Hotel "Badawiya": Unsere Zimmer, geschmackvoll eingerichtete, zum Teil über zwei Ebenen gehende Räume in der traditionellen Lehmziegelbauweise, gruppieren sich um einen Innenhof mit einem umsichtig angelegten Steingarten. Das Abendessen besteht wie am Abend zuvor aus Tahine, Gurken-Tomaten-Salat, gegrilltem Fleisch, Reis und zum Nachtisch Orangen; ebenfalls wie gehabt, sitzen wir warm eingepackt um den Tisch herum. Den Besuch einer heißen Quelle im Anschluss daran schenken wir uns - bei der Vorstellung, meinen Badeanzug anzuziehen, überläuft es mich kalt - und machen stattdessen einen Spaziergang zum Atelier des lokalen Künstlers Badr, der sich inzwischen weit über Farafra hinaus einen Namen gemacht hat. Sein traditionelles, selbst gebautes Lehmziegelhaus mit Innenhof dient ihm als Ausstellungsraum für seine eindrucksvollen "Sand-Gemälde", seine Skulpturen von den Bewohnern und Tieren der Oase und zugleich als Arbeitsstätte. Den Abend beschließen wir am wärmenden Lagerfeuer im Hotelgarten, in vertrauter Runde, bei einem Glas Rotwein. (Wer auf Wein oder Bier nicht verzichten möchte, sollte vorsorgen, denn in vielen Oasen gibt es keinen Alkohol!)
Dritter Tag, der 14. Februar 2003.
Auf das "frostige" Frühstück folgt ein kurzes Sonnenbad im Hof, bevor wir uns auf die bereit stehenden Geländewagen verteilen. Heute steht die Weiße Wüste auf dem Programm. Anfänglich erschreckte mich die Vorstellung, mit etwa dreißig Personen in der Wüste unterwegs zu sein, aber die lockere und freundliche Art der überwiegend englischsprachigen Mitreisenden lässt Fremde schnell zu Bekannten werden. Hintereinander, wie eine moderne Karawane, machen wir uns auf den Weg. Unser Fahrzeug ist das betagteste, aber wie sich später herausstellen wird, auch das robusteste. Außerdem haben wir den routiniertesten Fahrer und so bilden wir auch die Nachhut, um immer wieder stecken gebliebenen Fahrzeugen zu Hilfe zu eilen. Die Weiße Wüste, wie viel hatten wir schon von ihr gehört! Trotzdem verschlägt es uns den Atem, als wir die fantastischen Kreidegebilde erblicken, die im gleißenden Licht der Sonne leuchten, dass es uns in den Augen schmerzt. Wir können den Blick nicht abwenden, so einzigartig ist der Anblick dieser bizarren Formen vor dem dunkelblauen Himmel. Der Smog und die stickige Luft Kairos scheinen Lichtjahre entfernt...
Unser heutiger "Stützpunkt" und Domizil für die kommende Nacht ist bald erreicht. Als wir eintreffen, sind die Zweipersonenzelte bereits aufgestellt, allerdings sind sie so kurz, dass sich die "Längeren" unter uns wohl werden zusammenrollen müssen. Eine angenehme Überraschung erwartete uns: warme, offenbar nagelneue Schlafsäcke! Selbst an Toiletten hatte der Veranstalter gedacht! Den anschließenden Lunch - Tunfischsalat, leckerer Käse und Fladenbrot - nehmen wir im Windschatten einer Zeltplane ein. Nach kurzer Rast steuern wir dann einige interessante Punkte in der Weißen Wüste an. Es macht Spaß, querfeldein zu fahren und sich den Wind um die Ohren blasen zu lassen! Auch das Durchrütteln hat seinen Reiz - zumindest für wenige Stunden. Wir machen Halt in einer kleinen Bilderbuchoase mit Palmen und einer gut getarnten Wasserstelle, an der in früheren Zeiten eine alte Karawanenstraße vorbeiführte. Ein abschließender Fototermin auf einer Felskuppe im Abendlicht und dann geht's zurück zum Camp. Dass es um diese Jahreszeit relativ früh dunkel wird und die Abende lang sein können, sollte man bei der Planung einer Fahrt in die Westliche Wüste um diese Jahreszeit berücksichtigen. Dort angekommen, ziehen wir rasch alles an, was wir dabeihaben und versammeln uns ums wärmende Lagerfeuer. Das obligatorische gegrillte Hähnchen zum Abendessen schmeckt hier draußen an der frischen Luft doppelt so gut! Anschließend ein Spaziergang durch die unwirkliche, mondbeschienene Landschaft: welch ein Kontrast zum lauten, hektischen Kairo! Die Welt um uns herum wirkt zweidimensional, da Bodenunebenheiten bei diesem Licht nicht auszumachen sind. Frierend, aber seltsam berührt von dieser unwirklichen Atmosphäre, stapfen wir vorwärts. Die Lagerfeuerstimmung im Camp holt uns in die Wirklichkeit zurück. Musik und Tanzeinlagen zu unserer Unterhaltung - lieber hätten wir unseren Gedanken nachgehangen und die Einsamkeit genossen... Nach Mitternacht - das Feuer ist bereits heruntergebrannt und über unserem Camp liegt tiefe Stille, die nur von gelegentlichen Schnarchern unterbrochen wird - kriechen wir in unsere Schlafsäcke. Gegen Morgen, es ist noch dunkel, wache ich fröstelnd auf und decke mich dankbar mit der von fürsorglichen Freunden ausgeliehenen Daunenjacke zu.
Vierter Tag, der 15. Februar.
Die Sonne geht langsam hinter den Felsen auf. Kaum je habe ich sie so sehnsüchtig erwartet - aber selten bin ich, wie ich zu meiner Schande gestehen muss - auch so früh aufgestanden. Ein grandioses Schauspiel, das die Kälte vergessen lässt: Die Felsformationen schimmern pastellfarben und treten von Minute zu Minute deutlicher hervor. Schon vor dem offiziellen Frühstückstermin sind wir um das bereits entzündete Feuer versammelt und schlürfen den von hilfreichen Geistern zubereiteten Tee oder Kaffee. Gern hätten wir noch in dieser Einsamkeit, abseits des Rummels verweilt, aber leider müssen wir heute wieder zurück in die "Zivilisation". Nachdem wir die Schlafsäcke zusammengerollt und unsere Reisetasche gepackt haben, lassen wir den Blick noch einmal sehnsüchtig über die bizarren Felsgebilde und die unendliche Weite schweifen: Wir sind sicher, dass dies nicht unser letzter Ausflug in die Weiße Wüste ist! Vielleicht könnten wir beim nächsten Mal bis ins Große Sandmeer vordringen?
An der Straße angelangt, steigen wir wieder in unseren Reisebus um, der uns in wenigen Stunden nach Bahariya, der etwas 200 km entfernten, nördlichsten Oase der Westlichen Wüste, bringen wird. Unterwegs halten wir ein paar Mal an und lassen uns von Dr. Bahay Issawi die verschiedenen Boden- und Gesteinsarten erklären.
Nach einem kurzen Besuch des örtlichen Museums mit seinen Mumienfunden und einer Lunchpause in einem der Hotels der Oase machen wir uns auf den langen Heimweg nach Kairo (etwa 350 Kilometer), wo wir abends müde, aber voll unvergesslicher Eindrücke eintreffen.
Hinweis: Der ARCE (American Research Center in Egypt) veranstaltet regelmäßig
von Experten begleitete Touren zu archäologisch interessanten Stätten
innerhalb Ägyptens. Ebenso finden mittwochs im Institut in Garden City
(2, Midan Simon Bolivar) kostenlose Vorträge in englischer Sprache statt.
Informationen dazu unter Telefon: 794 8239/796 4681 oder: arce@internetegypt.com
Ihre Anfragen richten Sie bitte an Mary Sadek. Wer will, kann sich auf die Verteilerliste
setzen lassen.
Veranstalter unserer Tour war "Badawiya Safari und Hotel": www.badawiya.com oder in Kairo: 22, Talaat Harb St., Telefon 575 8076.
Die Westliche Wüste und ihre Oasen sind offenbar ein beliebtes Papyrus-Thema, wenn auch die Gewichtung der einzelnen Artikel unterschiedlich ist. Reisebeschreibungen sowie eher sozial ausgerichtete Berichte finden Sie in den Ausgaben 3-4/2000, 1-2 und 3-4/2001 sowie 3-4/2002.