Impersonators: Männliche Darsteller in weiblichen Rollen im asiatischen traditionellen Tanz und Theater
von Johanna Ammar-Claus
Diese Veranstlatung, war bereits in Tokiyo, London, Paris, Köln und Rom ein großer Erfolg. Auch in Kairo beeindruckten GOJO Masanosuke (Japan), ZHAO Zhigang (China), Gopal DUBEY (Indien) und DIDIK Nini Thowok (Indonesien), ihr Publikum am 01.03.2003 im kleinen Saal der Oper.
Die Frauendarstellung von Männern ist eine Errungenschaft des japanischen Kabuki, einer von Männern perfektionierten Theaterwelt. Bis heute ist es Frauen nicht erlaubt Kabuki vorzutragen. Anders als im modernen westlichen Theater, welches sich meistens sprachlicher Dialoge bedient, werden im asiatischen Theater, Bewegungen musikalisch untermalt und zeitweise auch von Rezitatoren oder Sängern separat begleitet.
Die vier Darsteller, die den Abend gestalteten, brachten dem Zuschauer auf eindrucksvolle Art die Vielseitigkeit dieser Theaterform nahe. Nicht das Spielen von Frauen im realistischen Sinne, sondern in hoch stilisierter Form Weiblichkeit auszudrücken, ist das Ziel. Mit bemerkenswertem Detailsymbolismus, Make-up, Kleidung und Körperbewegungen wurden der ästhetischen Feinfühligkeit dieser Kulturen Rechnung getragen.
Ende des 18. Jahrhunderts wurde Theater im arabischen Raum präsentiert. Auch hier waren es vorerst soziale oder religiöse Gründe, die einer Frau Theateraktivitäten untersagten.
Etwas später jedoch wurden auch hierzulande Männerrollen in klassischen
Stücken von Schauspielerinnen übernommen. Eine bekannte ägyptische
Schauspielerin dieser Zeit war Fatma Roushdi. Im gegenwärtigen arabischen
Theatergeschehen werden Frauenrollen nur in Komödien von Männern besetzt.