Im Wahlfieber -
Teil 1: Die
wichtigsten politischen Organe
von Silke Stern
Im Februar dieses Jahres fŸhrte der
ãArabische FrŸhlingÒ in €gypten zu
einer friedlichen VerŠnderung der politischen VerhŠltnisse. Inzwischen ist die
Facebook-Revolution in der RealitŠt angekommen und sieht sich daher mit sehr
realen Aufgaben konfrontiert. Der Fahrplan in die neue Freiheit wurde mit dem
Referendum am 19. MŠrz festgelegt, indem fast 80% der WŠhler fŸr den
Ÿberarbeiteten Verfassungstext stimmten. Die VerfassungsŠnderungen, die nur
wenige Paragrafen betreffen, waren im Auftrag der MilitŠrfŸhrung von einem unabhŠngigen Juristenkomitee
( Bishri Kommission) ausgearbeitet worden.
Die €nderungen betreffen vor allem Verfassungsartikel, die die
Exekutiven Institutionen regeln. Davon regeln 5 Artikel die ModalitŠten der
PrŠsidentenwahl neu, dessen Wirken u.a. auf zwei vier-jŠhrige Amtszeiten
begrenzt wurde. Ein Artikel, die bŸrgerlichen Grundrechte betreffend, wurde
ausgesetzt. Wahlprozesse sollen kŸnftig einer richterlichen †berwachung
unterliegen. Dem Verfassungsreferendum sollen nun Parlamentswahlen und eine
umfassende Verfassungsreform durch diese neue Volksvertretung folgen. Die in
drei Schritten verlaufende Wahl wird sich Ÿber Monate hinziehen. Der Urnengang
soll wegen der Grš§e des Landes in drei Phasen abgewickelt werden, verkŸndete
der Vorsitzende der Wahlkommission, Abdel Moaz Ibrahim. Teilnehmen kšnnen
Parteien mit Ÿber 5000 Mitgliedern. Die Wahlen fŸr die zweite Kammer des
Parlaments, den sogenannten Shura- Rat, sollen im Anschluss daran stattfinden.
Ein Termin fŸr PrŠsidentschaftswahlen wurde nicht genannt.
GemЧ der vom
MilitŠrrat erlassenen VerfassungsgrundsŠtze
sollen sie nach Abschluss der Parlamentswahlen stattfinden. Als denkbare
Termine werden derzeit Ende 2012 oder sogar 2013 gehandelt. Unterdessen gab der
MilitŠrrat, am 26. September 2011 die einzelnen Wahltermine fŸr die
Parlamentswahlen (Tabelle 1) offiziell bekannt. Der Wahlmarathon kann also
beginnen. Papyrus stellt die zur Wahl stehenden politischen Institutionen
(Abbildung 1) sowie ihre Kompetenzen und Aufgabenfelder vor.
Legislative:
Das Šgyptische
Parlament besteht aus der Volks-(National-)versammlung, sowie einer beratenden Versammlung (Shura-Rat).
Majles El Shaab ( Volksversammlung )
Die Volksversammlung ist gemЧ Artikel 86 der
Verfassung die gesetzgebende Kšrperschaft. Ihre Mitglieder werden gemЧ Artikel
92 fŸr fŸnf Jahre gewŠhlt. FŸr die Wahlen zur Volksversammlung ist das
derzeitige Wahlgesetz aus dem Jahr 1987 ma§geblich. Stimmberechtigt sind alle
€gypter ab 18 Jahren, das passive Wahlrecht hingegen wird erst nach Vollendung
des 30. Lebensjahres erworben. Angehšrige von Polizei und
MilitŠr sind nicht wahlberechtigt.
In der Verfassung wurde die Zahl der Abgeordneten auf 454 Mitglieder
festgelegt, 444 Abgeordnete werden direkt vom Volk gewŠhlt, au§erdem kšnnen vom
PrŠsidenten noch (hšchstens) 10 Abgeordnete ernannt werden. 1990 legte man 222
Wahlkreise fest, die jeweils zwei Abgeordnete in die Volksversammlung
entsenden. Die Volksvertreter gelten mit der absoluten Mehrheit aller abgegeben
Stimmen als gewŠhlt. Da mindestens die HŠlfte aller Abgeordneten der
Volksvertretung Arbeiter oder Bauern sein mŸssen, findet Artikel 87 der
Verfassung bereits auf Wahlkreisebene Anwendung, was konkret bedeutet, dass
gegebenenfalls der Kandidat mit den zweit meisten Stimmen zugunsten eines
Arbeiters oder Bauern zurŸcktreten muss. Am 21. Juli 2011 wurde dieses
Wahlgesetz vom MilitŠrrat geŠndert, demnach sollen nun 504 Abgeordnete zur
HŠlfte durch VerhŠltniswahl und der Rest Ÿber Wahlkreise, also durch
Mehrheitswahl ermittelt werden. Die Kompetenzen der Volksversammlung sind in
Kapitel 5 der Verfassung festgelegt.
GemЧ Artikel 86 Ÿbernimmt sie folgende Aufgaben:
á
PrŸfung und
Billigung von VertrŠgen und Abkommen
á
PrŸfung und
Billigung des Staatshaushaltes
á
Beaufsichtigung
der Exekutive, diskutiert die RegierungserklŠrung
á
PrŸfung und
Billigung von €nderungsantrŠgen und Zusatzartikel zur Verfassung
á
Billigung zur
KriegserklŠrung und zur Ausrufung des Notstandes.
Die Aufgaben der Volksversammlung werden auf 18 FachausschŸsse aufgeteilt.
Majles El Shur ( Shur-Rat/Oberhaus)
Zum Šgyptischen Parlament gehšrt noch eine zweite Kammer. Der
Shura-Rat ( Majles El Shura) oder das Oberhaus. Es ist mit dem Britischen
Oberhaus vergleichbar. Sein Name bedeutet Ÿbersetzt etwa ãBeratende VersammlungÒ Diese wurde 1980 durch eine
VerfassungsŠnderung geschaffen. Die Versammlung hat 264 Mitglieder von denen
Zweidrittel – 174 Mitglieder - direkt und geheim gewŠhlt werden. Die
HŠlfte davon mŸssen Bauern oder Arbeiter sein. Ein Drittel der
Versammlungsmitglieder - 88 Mitglieder - wird vom PrŠsident fŸr einen Turnus
von sechs Jahren ernannt. Die Zusammensetzung der Mitglieder der Versammlung
wechselt, da die HŠlfte der Versammlungsmitglieder alle drei Jahre erneuert
wird. Die gesetzgebende Macht der Versammlung ist beschrŠnkt. Bei den meisten
Gesetzesinitiativen hat die Volkversammlung das letzte Wort. Die Versammlung
darf nur durch einen Erlass des PrŠsidenten aufgelšst werden. Au§erdem genie§en
alle seine Mitglieder parlamentarische ImmunitŠt. Die Versammlung hat den Verfassungsauftrag
die Erhaltung der Grundrechte der Verfassung zu schŸtzen und kann dahingehend
legislativ tŠtig werden, was durch die Artikel 194 und 195 der Verfassung
garantiert ist. Bei diesen Initiativen ist eine Ratifizierung durch das
Oberhaus vorgeschrieben.
á
ErgŠnzungen und
Neufassungen von Verfassungsartikeln
á
GesetzesŠnderungen
(konstitutionell)
á
VertrŠge und
Vereinbarungen, €gyptens territoriale SouverŠnitŠt betreffend
á
beratende
Funktion:
o
bei
VertragsentwŸrfen zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung
o
Gesetzen, die
der PrŠsident zur Verhandlung in die Kammer einbringt
o
Angelegenheiten
zur allgemeinen Politik des Landes
o
auswŠrtigen
Angelegenheiten
Um fŸr das
Oberhaus kandidieren zu kšnnen, muss man verschiedene Vorrausetzungen erfŸllen:
á
€gyptische
StaatsbŸrgerschaft
á
Mindestalter
bei Kandidatennominierung 35 Jahre
á
abgeschlossener
MilitŠrdienst oder Befreiung davon
GewŠhlt ist, wer die absolute Mehrheit aller abgegebenen Stimmen des
Wahlkreises auf sich vereinigt.
Exekutive:
€gypten hat ein
prŠsidiales Regierungssystem. Der PrŠsident wird seit 2005 nicht mehr
wie bisher auf Vorschlag des Šgyptischen Parlaments per Referendum bestŠtigt,
sondern im Rahmen einer Direktwahl, zu der mehrere Kandidaten zugelassen sind,
direkt vom Volk gewŠhlt. Der MinisterprŠsident sowie alle Kabinettsmitglieder
werden vom Staatsoberhaupt ernannt und entlassen.
Seit dem Abgang Mubaraks fŸllt
der Oberste Rat der StreitkrŠfte (Supreme Council of the Armed Forces,
SCAF), kurz MillitŠrrat, die Position des PrŠsidenten aus und Ÿbernahm unter
FŸhrung von Mohammed Hussein Tantawi in Zusammenwirken mit dem
Verfassungsgericht die Macht. Damit konstituierten sie sich Ÿber den Ministern.
Das Gremium des MilitŠrrats besteht aus 18 hochrangigen Offizieren.
Judikative:
Das Rechtssystem €gyptens basiert sowohl auf Elementen der islamischen
Scharia als auch des englischen und franzšsischen Rechts. Hšchste juristische
Instanz ist der Oberste Gerichtshof mit Sitz in Kairo. †ber
Verfassungsstreitfragen entscheidet ein Verfassungsgericht. Auf Gouvernement-
und Kommunal-ebene Ÿbernehmen Zentral- und Distriktgerichte die Rechtsprechung.
Berufungs- und Widerspruchsverfahren gibt es sechs Appellationsgerichtshšfe.

Quellen:
Die Presse, 27.08.2011
www.sueddeutsche.de/politik/wahl-in-aegypten-elbaradei-will-doch-praesident-werden
www.monstersandcritics.com/news/middleeast/news/article_1629149.php/Egypt-to-hold-parliamentary-elections-in-September,
www.euronews.net/2011/03/28/aegypten-parlamentswahlen-im-september
INAMO (Informationsprojekt Naher und
Mittlerer Osten e.V.), Heft Nr. 65/FrŸhjahr 2011
www. Euronews.net/Egypt to
hold parliamentary vote in november.
www. newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1207462
Neue ZŸrcher Zeitung 21. Juli, €gyptens MilitŠrrat erlŠsst neues Wahlgesetz.
The Egyptian Gazette; Issue No. 42, 639, 28. Sep. 2011
DAIHK – GTAI Newsletter
10/2011
FŸr die Angaben der Wahltermine und €nderungen im Wahlverfahren gilt der
Stand unseres Redaktionsschlusses am 5.Oktober 2011.
Wir danken Frau BŸttner von der Deutschen Botschaft in Kairo fŸr die von Ihr zur VerfŸgung gestellten Fotos

von Silke Stern
So ergab sich
historisch bedingt schon sehr frŸh eine starke Zentralisierung der
Machtstrukturen. An die Stelle der Priester und Schreiber von einst sind heute
BŸrokraten getreten. Der PrŠsident fand seine historische Vertretung im Pharao,
Sultan und Kšnig. So oder so lie§ das System wenig Raum fŸr
Mitgestaltungsmšglichkeiten des Volkes an Regierung und Verwaltung. Dennoch
zeichnete sich die politische Landschaft €gyptens immer durch ihre Vielfalt
aus. Auch die Revolution im Februar 2011 ist ein Spiegelbild die Vielfalt
dieser politischen Gruppen und Bewegungen betreffend. Haben sich doch mehrere
Interessenvertretungen herausgebildet. Die etablierten Oppositionsparteien
versuchen sich neu aufzustellen, und es gibt mehrere Initiativen zur GrŸndung
neuer Parteien durch Intellektuelle und Online-Aktivisten. Die Protestbewegung
ist allerdings hochgradig fragmentiert, was sich in den unterschiedlichen
politischen Forderungen und Initiativen Šu§ert. Als bei weitem kritischer ist
aber deren geringer Organisationsgrad anzusehen. Dies macht die
Institutionalisierung der Protestbewegung Šu§erst schwierig, was aber zwingend
notwendig ist, wenn man den Reformprozess mitgestalten will.
Bei der
Neuzulassung von Parteien gilt das Gesetz Nr. 40 von 1977, das 1978 ergŠnzt
wurde. Demnach muss jede Partei das islamische Recht (die Scharia) als
ãHauptquelle der GesetzgebungÒ anerkennen und sich zur Einhaltung der
ãnationalen EinheitÒ und des ãsozialen FriedensÒ verpflichten. Ebenso mŸssen
das ãsozialistische demokratische SystemÒ und die ãsozialistischen
ErrungenschaftenÒ anerkannt werden. Die Partei darf in ihrem Programm keinen
ausschlie§lichen Bezug auf eine bestimmte Religion, Rasse, Sprache, Berufsstand oder Geschlecht nehmen. Somit sind islamistische Parteien oder Parteien von
Minderheiten, wie z. B. der christlichen Kopten, nicht zulŠssig.
Parteien in
€gypten dŸrfen keine Ableger auslŠndischer Parteien sein, was auch fŸr Parteien
in den anderen arabischen LŠndern gilt. Die Parteien dŸrfen nicht vom Ausland
finanziert werden. Die Programme von
neugegrŸndeten Parteien sollen sich klar von denen bereits bestehender Parteien
und deren Ideologien absetzen. FŸr eine NeugrŸndung sind 50 GrŸndungsmitglieder
erforderlich; hiervon mŸssen aber 20 der Volksversammlung angehšren und 25
Mitglieder von Beruf Arbeiter oder Bauern sein. †ber die Zulassung bzw. Nichtzulassung einer Partei
entscheidet ein nahezu ungebundenes Parteienkomitee, das aus drei Ministern,
drei vom StaatsprŠsidenten ernannten Richtern sowie dem ParlamentsprŠsidenten
besteht. Dies fŸhrte - unter anderem auch wŠhrend der Mubarak-Jahre - dazu,
dass die marginal vorhandenen Oppositionsparteien, bei politischen
Entscheidungsprozessen kaum mitgestalten konnten. Einen †berblick Ÿber die
Parteienlandschaft, die politischen Gruppen und Aktivisten geben die folgenden
Seiten.

1. €gyptische Arabische Sozialistische Partei (€ASP) oder Misr Partei,
2. Sozialistische Partei der Liberalen (SPL) Al-Ahrar
3. National-progressive unionistische Sammlungspartei (NPS), kurz
Al-Tagammu
Mitte 1978
grŸndete Sadat wiederum per PrŠsidialdekret die National Demokratische Partei
(NDP), welche fortan unter dem Vorsitz des PrŠsidenten die Vormachtstellung
unter den politischen Parteien in €gypten einnehmen sollte und noch im selben
Jahr die Sozialistische Partei der Arbeit (SPA), Hisb Al-Amal, die als loyale
Opposition fungierte. Erst 1977 konnte sich als einzige nicht vom PrŠsidenten
eingesetzte Partei, die Neo-Wafd Partei etablieren. Deren VorgŠngerpartei
formierte sich aus Widerstand gegen die britische Besatzung. †bersetzt bedeutet
ãWafdÒ Delegation, diese vertrat die Forderung des Landes nach UnabhŠngigkeit
bei den Friedensverhandlungen von Versailles. Sie war bis 1952 die stŠrkste
politische Kraft. 1980 wurde das Mehrparteiensystem endgŸltig als
Verfassungsprinzip in Art. 5 der Šgyptischen Verfassung verankert. Die NeugrŸndung
von Parteien blieb aber nach wie vor an strenge Auflagen gebunden. Deshalb
konnten sich bis heute nur wenige politische Parteien in €gypten etablieren.
1983 wurde lediglich eine zusŠtzliche Partei gegrŸndet, die Umma-Partei (1983).
WŠhrend der 90er Jahre hingegen konnte die Šgyptische Parteienlandschaft durch
sieben weitere Parteien bereichert werden:
Die NeugrŸndung
von Parteien blieb aber nach wie vor an strenge Auflagen gebunden. Deshalb
konnten sich bis heute nur wenige politische Parteien in €gypten etablieren.
1983 wurde lediglich eine zusŠtzliche Partei gegrŸndet, die Umma-Partei
(1983).WŠhrend der 90er Jahre hingegen konnte die Šgyptische Parteienlandschaft
durch sieben weitere Parteien bereichert werden:
1.
GrŸne Partei (1991)
2.
Nasseristische Partei (1992),
3.
Partei Junges €gypten (Re-Legalisierung 1992),
4.
€gyptische Arabische Sozialistischen Partei (die im
eigentlichen Sinne bereits im 1976 gegrŸndete Partei fusionierte - zumindest
teilweise - zwei Jahre nach ihrer Entstehung mit der NDP und verselbststŠndigte
sich nach einem Gerichtsverfahren erneut im Jahre 1992),
5.
Partei der Sozialen Gerechtigkeit (1993),
6.
Demokratische Unionspartei (1993)
7.
Partei der SolidaritŠt (1995).
Seit 2000
erlangten weitere sechs Parteien ihre Zulassung:
1.
Partei €gypten
2000 (2000),
2.
Partei der
demokratischen Generation (2000),
3.
Partei der
Nationalen Eintracht (2000),
4.
Al-Ghad Partei (2004),
5.
Verfassungspartei (2004)
6.
.Partei des
Sozialen Frieden (2004, mittlerweile jedoch eingefroren).
Au§erdem hoffen 2 weitere politische Gruppierungen nach gestelltem
Zulassungsantrag auf ihren offiziellen Parteienstatus; zum einen die von der
NDP abgespalten .Karama Partei und zum anderen die sich aus der
Muslimbruderschaft herausgebildete Wasat Partei. Diese bisher zugelassenen Parteien
besa§en bisher einen eher untergeordneten Stellenwert.
Ein †berblick
Ÿber die seither bestehenden Parteien und ihre politische Orientierung sowie
ihren gegenwŠrtigen Status findet sich in Tabelle 1. Die Unklarheiten Ÿber das bestehende Zulassungsverfahren
und die damit verbundene Statusfrage sind einer der HauptgrŸnde warum viele aus
den Februardemonstrationen heraus entstandene Bewegungen, die festgelegten
Wahltermine fŸr zu frŸh erachten. BefŸrchten sie doch von politischen
Entscheidungsprozessen erneut ausgeschlossen zu werden. Dabei waren es gerade
sie, die dem politischen Willensbildungsprozess innerhalb der Bevšlkerung
zahlreiche Impulse gaben.
Tabelle 1: Die bekanntesten Parteien
in €gypten ( Stand Anfang Oktober 2011)
|
Partei-Namen |
Politische Orientierung |
Religišse Orientierung |
Rechtlicher Status |
GegrŸndet |
|
€gyptische arabische Union |
Mitte |
Nein |
registriert |
2011 |
|
Gerechtigkeitspartei |
Zentrist |
Nein |
eingetragen |
Mai 2011 |
|
Demokratisch Arabische Nasseristen Partei |
Links |
Nein |
eingetragen |
19.April 1992 |
|
Partei der Mitte |
Zentrist |
Ja |
Offiziell anerkannt seit 20011 |
1996 |
|
Konservative Partei |
Rechts konservativ |
Ja |
eingetragen |
12. MŠrz 2002 |
|
Demokratische Front Partei |
Liberal demokratisch |
Nein |
eingetragen |
24. Mai 2007 |
|
Demokratische Generationen Partei |
Liberal |
Nein |
eingetragen |
2. Sep. 2002 |
|
Demokratische Friedens Partei |
Liberal |
Nein |
eingetragen |
7. Feb. 2005 |
|
Demokratische Unionspartei |
Liberal |
Nein |
eingetragen |
14. April 1990 |
|
WŸrde Partei |
Links |
Ja |
Lizenzierung erwartend |
unbekannt |
|
€gypten 2000 Partei |
Links |
Nein |
eingetragen |
4. Juli 2001 |
|
€gyptisch Arabische Union |
Mitte |
Nein |
registriert |
2011 |
|
€gyptische Sozialdemokratische Partei |
Links liberal |
Nein |
eingetragen |
2011 |
|
€gyptisch Kommunistische Partei |
Links |
Nein |
eingetragen |
1975 |
|
Jugend Partei €gyptens |
Liberal |
Nein |
eingetragen |
7. Feb. 2005 |
|
€gyptisch Arabische Sozialistische Partei |
Links liberal |
Ja |
eingetragen |
7. Juli 1977 |
|
|
|
|
|
|
|
Liberale Partei €gyptens |
Liberal, demokratisch |
Nein |
eingetragen |
2011 |
Tabelle 1: Die bekanntesten Parteien
in €gypten ( Stand Anfang Oktober 2011)
|
Partei-Namen |
Politische Orientierung |
Religišse Orientierung |
Rechtlicher Status |
GegrŸndet |
|
Al Nour Partei |
Rechts |
Ja ( Salafi Islam) |
eingetragen |
2011 |
|
Freie Republikanische Partei |
Liberal |
Ja |
eingetragen |
7. April 2006 |
|
Soziale Verfassungspartei |
Liberal |
Nein |
eingetragen |
24.Nov. 2004 |
|
Partei Freiheit und Gerechtigkeit |
Islamische Demokratie |
Ja ( sunnitischer Islam) |
eingetragen |
21. Feb. 2011 |
|
Freiheits Partei €gyptens |
Liberal |
Nein |
eingetragen |
18. Mai 2011 |
|
GrŸne Partei €gyptens |
Liberal |
Nein |
eingetragen |
14. April 1990 |
|
Liberale €gyptische Partei |
Liberal |
Nein |
Lizenzierung erwartend |
unbekannt |
|
Liberale Partei |
Liberal |
Ja |
eingetragen |
7. Juli 1977 |
|
Vermittlungsausschuss Partei |
Liberal |
Nein |
eingetragen |
3. Feb. 2002 |
|
National Progressive Unionspartei |
Links |
Nein |
eingetragen |
7. Juli 1977 |
|
Die Nation Partei (€gypten) |
Links |
Ja |
eingetragen |
26. Mai 1983 |
|
Neo Wafd Partei |
Liberal |
Nein |
eingetragen |
2. April 1978 |
|
Partei der Befreiung |
Rechts |
Ja |
verboten |
1953/1974 |
|
Demokratische Volkspartei |
Liberal |
Nein |
Unklar |
15. MŠrz 1992 |
|
Sozialistische Allianz |
Links liberal |
Nein |
eingetragen |
2011 |
|
Reform und Entwicklungspartei |
Liberal |
Nein |
eingetragen |
2011 |
|
Partei fŸr soziale Gerechtigkeit |
Links |
Ja |
eingetragen |
6. Juni 1993 |
|
Sozialistische Arbeiter Partei |
Links |
Ja |
suspendiert |
12. Nov. 1978 |
|
Sozialistische Partei €gyptens |
Links |
Nein |
eingetragen |
2011 |
|
SolidaritŠt |
Rechts |
Ja |
eingetragen |
2. Mai 1995 |
|
Ghad Partei ( Morgen) |
Liberal |
Nein |
eingetragen |
27. Okt. 2004 |
|
Demokratische Arbeiter Partei |
Links liberal |
Nein |
Lizenzierung erwartend |
2011 |
|
Partei Jungend €gyptens |
Links |
Ja |
eingetragen |
14. April 1990 |
Gleichzeitig
ist die Institutionalisierung der Protestbewegung notwendig, um den
Reformprozess mitzugestalten. Es haben sich mehrere Interessenvertretungen
herausgebildet. Die etablierten, bisher marginalen, Oppositionsparteien
versuchen sich neu aufzustellen, und es gibt mehrere Initiativen zur GrŸndung
neuer Parteien durch Intellektuelle und Online-Aktivisten. Die Protestbewegung
ist allerdings hochgradig fragmentiert, was sich in den unterschiedlichen politischen
Forderungen und Initiativen Šu§ert. Als bei weitem kritischer ist aber der
geringe Organisationsgrad anzusehen. Dies macht die Institutionalisierung der
Protestbewegung Šu§erst schwierig.
Tabelle 2: Die
bekanntesten politischen Allianzen in €gypten ( Stand 5. Oktober 2011)
|
Name der Allianz |
Politische Orientierung |
Religišse Orientierung |
Rechtlicher Status |
GegrŸndet |
|
Nationaldemokratische
Allianz fŸr €gypten |
Rechts |
Ja |
Unbekannt |
Juni 2011 |
|
Koalition der
sozialistischen KrŠfte |
Links liberal |
Nein |
Nicht registriert |
10. Mai 2011 |
|
€gyptischer
Block |
Liberal Demokratisch |
Nein |
Unbekannt |
16. August 2011 |
Tabelle 3: Die
bekanntesten politischen Gruppen in €gypten ( Stand 5. Oktober 2011)
|
Name der
Gruppe |
Politische Orientierung |
Religišse Orientierung |
Rechtlicher Status |
GegrŸndet |
|
6. April Youth Movement |
Links liberal |
Unbekannt |
Nicht registriert |
2008 |
|
Kefaya
(Genug) |
Links liberal |
Unbekannt |
Nicht registriert |
2004 |
|
Human Movement for Reform and Change Party |
|
Unbekannt |
Lizenzierung erwartend |
Unbekannt |
|
Gesellschaft
der MuslimbrŸder |
Rechts |
Ja |
Nicht registriert |
1928 |
|
Koalition der
Jugend der Revolution |
Links liberal |
Unbekannt |
Nicht registriert |
Unbekannt |
|
National Association for Change |
Unbekannt |
Unbekannt |
Nicht registriert |
Unbekannt |
|
RevolutionŠre
Sozialisten |
Links |
Nein |
Nicht registriert |
1995 |
Quellen:
Carnegieendownment.org/ Guide to Egypt«s
Transitition
Carnegieendownment.org/ Political Parties in
Egypt
Carnegieendownment.org/ The emerging political
parties in Egypt
H. Albrecht, Die Instutionalisierung der Revolution: Regimewandel in
€gypten, AG Friedensforschung 2011
Parteienprofil €gypten, Veršffentlichung der Konrad Adenauer Stiftung 2011
Wikipedia, Politische Parteien in €gypten
www.sarsura-syrien.de/aegypten-vorbereitungen-wahlen-laufen-html
Enigma, The Interational Arab Magazine,
September 2011: Egypt«s New Political Players
Bread and Roses, The Struggle of the Egyptian
Labour Movement,Community Times, September 2011
INAMO (Informationsprojekt Naher und Mittlerer Osten e.V.), Heft Nr.
65/FrŸhjahr 2011, 17. Jahrg
AHK €gypten – GTAI Newsletter Oktober 2011
www.deutsche-orient-stiftung.de ¥
Die €gyptische Parteienlandschaft, Papyrus Heft 3,
1984
www.sueddeutsche.de/politik/wahl-in-aegyptenwww.newsticker.sueddeutsche.de
FŸr die Angaben der Zulassungsverfahren und der zugelassenen Parteien gilt Stand unseres Redaktionsschlusses am 5.Oktober 2011.